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Donnerstag, 23. Juli 2009

Obsessive Writing


Kennt ihr das Gefühl, euer Kopf platzt in jedem Moment, wenn ihr nicht sofort etwas aufschreiben könnt, was schon seit einer gefühlten Ewigkeit durch euren Kopf geistert? Und wenn ihr dann die Chance habt, die ein oder andere Stunde vor dem Schreibgerät zu verbringen, wie manisch losschreibt und euren Fingern eigentlich nur noch dabei zuschaut, wie sie eure Arbeit machen, eure Gedanken auf das virtuelle Papier bringen, die wiederum bei einem Zweitlesen gar nicht mehr wie eure eigenen Gedanken erscheinen? Genau das hab ich in den letzten Tagen wieder einmal erlebt und hab so manchen Satz fabriziert, der mich hat stutzen lassen. Einfach, weil kaum etwas, das während dieser Schreibflashs entsteht, verworfen werden muss. Es fügt sich flüssig ein und das in einem flotten Tempo, das ich mir bei der ein oder anderen Longfic gewünscht hätte.

Der zweite Teil meines nostalgischen, vorerst letzten Ausflugs in die dunkle Welt des Jokers ist fertig, an Teil drei sitze ich noch, aber verdammt, macht das Spaß. Schreiben funktioniert leider nicht immer so und ich denke, diese Erfahrung hat jeder schon gemacht, dass jeder Satz nur mühselig in die Tastatur gehämmert werden will, so als würde man sich an einer Steingravur versuchen und nicht am simplen Verfassen eines Textes. Umso schöner sind dann diese anderen Momente, wenn das Schreiben von ganz allein zu funktionieren scheint, man darüber die Zeit vergisst oder dass man mal was essen, trinken oder das Badezimmer aufsuchen sollte. Sowas kann man nicht jeden Tag haben und wovon es abhängt, ist mir genauso schleierhaft wie die Frage, woher eigentlich Blockaden kommen. Es sind viele Faktoren, die da mit reinspielen, aber eine klare Erklärung für diese beiden konträren Phänomene gibt es wohl nicht. Fakt ist, ich lass mich durch nichts aus der Ruhe bringen. Entweder es geht gerade mit dem Schreiben oder es geht nicht. Wenn es mal nicht klappt, tut es auch einfach gut, das Schreiben Schreiben sein zu lassen und sich anderen Dingen zu widmen, genauso gut bringt mich ein Höhenflug wie der momentane nicht dazu, im Übermaß euphorisch zu werden. Ich fabriziere deswegen keine literarischen Meisterwerke, nur weil es sich gut anfühlt und Spaß macht und genauso weiß ich, dass es morgen schon wieder ganz anders aussehen kann.

Die Bedingungen, unter denen ich schreibe, sind Momentaufnahmen und natürlich sehr subjektiv. Daher kann ich keine allgemeine Formel kundtun, die das Schreiben erleichtert oder Blockaden auflöst. Da muss - so blöd das auch klingt - jeder selbst einen Weg finden, denn obwohl so viele ein Hobby teilen, gleicht ein Schreiberling nicht dem anderen. Da spielt so viel mit rein - Interessenbereich, Leseverhalten, Persönlichkeit, Vorlieben - man kann nicht alle über einen Kamm scheren.

Ein Grund mehr, warum ich mich auf das knapp in drei Wochen steigende WritersGet2Gether freue. Ich denke, da kommen viele und sehr unterhaltsame Diskussionen zur Sprache und es wird lehrreich sein, zu erfahren, wie andere Autoren mit bestimmten Problemen oder Sachverhalten umgehen. Ich freu mich jedenfalls schon wie verrückt und hoffe gleichermaßen, dass es nicht bei diesem einen Treffen bleiben wird.

ZeitLos geht auch sehr gut von der Hand, Ororo seziert gerad ein wenig Reverie, ehe Kurt gefolgt von Logan wieder was zu sagen bekommen. Wann ich nun die gefürchtete Magneto-Szene einstreue, weiß ich noch nicht. Vielleicht wird das erst in Kapitel 4 oder 5, ich mag da ungern was übers Knie brechen, Reverie soll sich erstmal in Westchester zurechtfinden (auch wenn sie das gar nicht will und jemand anderes erstrecht nicht :P). Ihr kennt mich ja, ich bin kein Freund von Knall auf Fall, wobei das auch wieder drauf ankommt, wo man sich genau im Plot befindet. Doch, es nimmt Form an und ich bin froh, dass Stormy mir beharrlich in den Hintern gebissen hat, dass ich keine Ausflüchte in andere Geschichten starte.

Der Fahrwasserwechsel muss mal wieder sein, ich glaub, sonst stumpf ich ab. Abgesehen davon ist Dark Knight im Moment ein Fandom, das gemütlich vor sich hin schnarcht, viel passiert da gerade nicht. Und da das Kükchen ihre geniale Story beendet hat, schaue ich mich vergeblich nach regelmäßigen Update-Kollegen um. Wer weiß, es kommen auch wieder bessere Zeiten. Ich würds nur schade finden, wenn Dark Knight im Sinne eines klassischen Hypes einstaubt, nur weil der Film halt schon n Jahr alt ist. Das hat Ledgers zeitlose Leistung nun wirklich nicht verdient und ich denke, die Story gibt viel Raum für zahlreiche Plotbunnies. Aber gut, vielleicht ist die tote Hose auch nicht auf mangelndes Interesse zurückzuführen, sondern nur auf zeitliche Einschränkungen, Urlaub Prüfungen, Arbeitsstress...wer weiß.

Nun denn, ich hab heut noch viel vor und sollte daher noch ein bisschen schreiben, bevor ich den Rest des Tages nicht mehr dazu komme. Kommt gut durch den Donnerstag!

Stoffi

Donnerstag, 4. Juni 2009

Ein Dankeschön


Ich habe gestern und heute insgesamt sicher zwei Stunden (ok, mit Unterbrechungen) an Reviewantworten fürs Blutige Handwerk gesessen. Nicht, weil es jetzt eine bahnbrechende Anzahl war, sondern weil jeder einzelne Kommentar, den ich diesmal zu beantworten hatte, voller so vieler Gedanke war, dass es schon einer intensiveren Auseinandersetzung bedurft hat.

Zum ersten Mal hat mein ff.de Mail-Account angezeigt, dass die versandte Mail zu lang war *lach* Zweimal! Wahnsinn. Wenn so intensive Gedanken kommen und ich sehe, wie hier stellenweise zwischen den Zeilen gelesen wird, was in Details hineininterpretiert wird...es ist toll. Mehr kann und will ich mir nicht wünschen. Leser wie diese bringen mich immer wieder zum Strahlen, zum Grübeln, zum Diskutieren, zum Hinterfragen meiner eigenen Zeilen, sie sind meine größte Stütze, mein Wegweiser, Entwicklungshelfer sozusagen.

Ein schnödes Danke erscheint mir da irgendwie immer zu wenig, wenn ich diese beeindruckenden Reviews beantworte. Es steht in der FF-Welt nicht unbedingt an der Tagesordnung, dass Leser so viel Zeit und Mühe investieren. Ich erwarte von niemandem seitenlange Reviews, gehe nicht mit dem Maßband an den Scrollbalken, um abzuwägen, ob eine Mindestlänge eingehalten wurde...darum geht es bei Feedback nicht. Ich freue mich über ein Lebenszeichen, freue mich, wenn mal ab und an gesagt wird "hey, ich lese und es gefällt/gefällt nicht und warum", aber wenn ich sehe, was da manchmal für Gedanken zum Ausdruck kommen und wie sehr sich einige Leser mit einer FF beschäftigen - das ist dann immer wie die kandierte Kirsche auf dem Sahnehäubchen (nur leckerer *lach*).

Ich kann nicht viel mehr tun, als "danke" zu sagen und mich durch eure Worte ermutigt zu fühlen. Alles andere würde dann glaub ich als "Bestechung" durchgehen. Aber ich hoffe, einige von euch, die gemeint sind, lesen das hier. Ich weiß, ihr könnt euch von meinem Danke und meinem Lächeln, meinem Strahlen, meiner Freude an euren Worten nichts kaufen, aber ihr sollt zumindest wissen, dass mir jede Kritik, jedes Lob, jeder Gedanke unglaublichen Ansporn verleiht. Ich sag euch das immer wieder in meinen Reviewantworten und ich denke, ich langweile euch schon damit. Aber gerade heute will ich das nochmal loswerden, wenn ich sehe, dass ich 10 Seiten Rev-Antworten geschrieben hab...und eigentlich nur verwundert den Kopf schütteln kann. Also nochmal zum Mitschreiben und zum Stoffi-den-Hals-umdrehen-weils-nervt: DANKE!

An der Schreibfront geht so einiges...wenn Elena wie am Ende des 25ten Kapitels meint, das Gefühl zu haben, als lüftete sich der Vorhang zum letzten, alles entscheidenden Akt, hat sie damit gar nicht mal so Unrecht. Es warten noch ein fieser Meuchelmord, Batmanaction, einige Erkenntnisse und Überraschungen zum Finale hin darauf, geschrieben zu werden. Und dann? The End. Mal sehen, wie lang das noch wird.

Schreiben ist mal wieder im Moment das beste Ventil, um Ärgernisse und Enttäuschungen des Alltags rauszulassen, wenns schon auf anderen Wegen auf taube Ohren stößt.

Macht euch einen schönen Abend!

Stoffi

Montag, 1. Juni 2009

In Ehrfurcht erstarrt...


...bin ich irgendwie immer noch. Kennt ihr das, wenn ihr eine Geschichte lest und es euch einfach nur umpflügt, weil einfach alles stimmt? Stil, Charaktere, Setting, Plot? Weil sich einfach alles so weglesen lässt wie in einem richtig guten Roman? In der Fanfiction-Sparte passiert mir das zugegeben selten, aber gestern, als ich Stormys neuestes Meisterwerk gelesen hab, ist mir echt die Spucke weggeblieben und ich hab jetzt noch Mühe, neue zu produzieren, so sehr hat mich das umgehauen. Das war einfach ein wahnsinnig toller Lesegenuss, nach dem ich keine Zeile mehr aufs Papier gekriegt hab, weil mir immer noch der Wortlaut dieses genialen Ficlets im Kopf herumschwirrte und ich wusste, dass ich das nie so hinbekommen werde. So gehts mir manchmal, besonders, wenn ich ein super Buch gelesen habe. Dann mag ich am liebsten den Stift in die Ecke werfen und alles löschen, was ich je verbrochen habe. Am meisten ging mir das so bei King, aber auch bei Süskind hätte ich mich für meinen eindimensionalen Wortschatz kasteien können.

Mein Word-Dokument ist nun wieder offen und die Schreibmarke hat auch nicht lange Zeit, um zu blinken, aber trotzdem kommt mir das nur zweitklassig vor, was ich hier zusammengrütz und meine Gedanken an eine X-Men Story entwickeln sich im Angesicht dieser Perle zur reinsten Blasphemie. Wie gut, dass gerade eine hässliche Messerszene ansteht, so was kann ich wenigstens langsam.

Ich gewinne solchen Dämpfern immer etwas Positives ab. Es stutzt einen gehörig zurecht und macht einem irgendwo begreiflich, dass man noch ne Menge zu lernen und hoffentlich auch das entsprechende Potential dazu hat. Lieber so als irgendwann abzuheben und sich für das unfehlbare Nonplusultra zu halten, das schon die Spitze des Eisbergs erklommen hat. Denn wenn wir meinen, schon angekommen zu sein, legen wir uns im Prinzip nur Steine in den weiteren Weg, ruhen uns auf Lorbeeren aus und lassen unsere Fähigkeiten stagnieren, anstatt sie weiter zu entwickeln. Damit zu prahlen, besser als 13-jährige Schreibanfänger zu sein, kann jeder zweite. Erkennen, wo die eigenen Schwächen und Defizite liegen, erfordert Selbstkritik, etwas, wozu komischerweise die, die offensichtlich Verbesserungsbedarf haben, nicht fähig zu sein scheinen. Aber so ist das glaub ich. Die schreien immer am lautesten, hinter deren großer Klappe nicht wirklich was steckt, die erlauben sich Arroganz und ein Profilieren gegenüber anderen, obwohl sie auch nicht gerade die Offenbarung auf zwei Beinen sind. Ich hoffe, ich werde so einen Punkt nie erreichen und nie vergessen, dass es da draußen Texte gibt, die mir die Schuhe ausziehen, bei denen ich nur mit offenem Mund lesen kann und idiotisch die Augen weite, weil ich so gefesselt bin.

Ich werd jetzt was Essbares suchen und mich dann an mein Kapitel setzen, auch wenn es schwer fällt, weil ich mich einfach nur unfähig fühle. Mal sehen. Vielleicht fällt das von mir ab, wenn ich ein bisschen tiefer ins Geschehen tauche und ein wenig Blut vergieße. Danach steht mir erschreckenderweise gerade der Sinn.

Genießt den Pfingstmontag!

Stoffi