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Mittwoch, 1. Juli 2009

"Ich werde zum ersten Mal sterben...da ist ein wenig Muffensausen wohl erlaubt?"


Das will man zumindest meinen. Aber wir wissen ja mittlerweile, dass der Joker Angst amüsant findet, aber nicht nachempfinden kann. Elena weiß es auch, aber sie erinnert sich gern selbst daran, so auf den letzten Zügen.

Es läuft...nein, es fließt, es strömt und das ist nicht nur auf den Schweiß bezogen, der einem schon auf die Stirn tritt, wenn man den Kopf zu schnell dreht. Es ist drückend schwül, ich warte auf das nächste Gewitter, höre Rob Thomas auf unmenschlicher Lautstärke und schreibe wie besessen, während mein Wasservorrat schrumpft. Der kleine nostalgische Ausflug in die Welt von Scar Tissue, bzw. das Experiment mit etwas seichterer oder netterer Thematik hat mir einen absoluten Höhenflug beschert und meine übliche "Ich-drück-mich-davor-ein-Ende-zu-schreiben" - Phase abrupt beendet. Gestern noch bis 4 Uhr morgens in die Tasten gehämmert, weil tagsüber nicht viel Zeit zum Schreiben ist und ich auch gleich wieder los muss. Ich liebe es.

Dann hat mich ein Amazonpäckchen mit wundervoller Lektüre bereichert, hab gestern in einem Schwung Heath Ledgers Bio gelesen, an vielen Stellen geseufzt oder auch zustimmend genickt, mich inspirieren lassen und einmal mehr zutiefst bedauert, dass ein so großartiger Künstler wie er es war so früh abtreten musste.

Ich bin immer noch fleißig und so langsam macht es mir etwas Angst. Ich meine...klar hatte ich Tage, an denen ich nicht schreiben konnte, aber das lag nie daran, dass ich nicht die Muße dazu hatte. Meistens hatte ich zu tun und kam zeitlich einfach nicht dazu, weiterzuschreiben. Aber insgesamt kann ich behaupten, seit meiner Arbeit an Scar Tissue, die im vergangenen September begonnen hatte, keiner langwierigen Schreibunfähigkeit ausgesetzt gewesen zu sein. Es gibt Szenen, die gehen leichter von der Hand als andere, an manchen Kapiteln hab ich tagelang gesessen, wieder andere waren binnen weniger Stunden geschrieben. Und wenn das Handwerk zu Ende ist und ich mich an Neuem probiere, werde ich mich überraschen lassen, ob dieser Lauf anhält. Mir macht er fast schon ein wenig Angst. Unter richtig langen Blockaden hab ich nie gelitten, aber andererseits hatte ich auch noch nie eine so intensive Arbeitsphase. Na ja...man schweigt und genießt.

Ebenso in vielerlei Hinsicht, bezüglich dessen, was in so einigen Archiven im Moment abgeht. Zumindest sind zum Teil vielversprechende Neuerungen da. Auf ff.de kann man endlich Reviews im Reviewtext beantworten, was einem ermöglicht, auf anonyme Reviews einzugehen, ohne den Fließtext der Geschichte bemühen zu müssen - oder (weswegen es eigentlich verändert wurde) - um zu verhindern, dass sich Autoren selbst Reviews schreiben, um auf andere zu antworten. Jetzt müsst ich nur noch wen haben, der überhaupt reviewt, haha (mind the sarcasm). Na gut. Für Reviews schreib ich nicht mehr, seit ich 16 bin und mir kommt die Galle hoch, wenn ich Leute in meinem Alter oder älter sehe(
Kiddies verzeih ich sowas ja noch, die wissens z.T. einfach noch nicht besser.), die in Kapitelanmerkungen schreiben: "Hinterlasst mir bloß viele Reviews, dann gibts eventuell schon Freitag ein neues Kapitel!"

D'oh. Für mich ein Grund, eine Geschichte nicht mehr weiterzuverfolgen. Dann sinds auch noch solche Leute, die im Gegenzug nur dann selbst Reviews hinterlassen, wenn es sich für sie lohnt, nein danke. Ich gehe selbst sparsam mit Reviews um, bin ein eher nachlässiger ff-Leser, aber ich erpresse auch nicht die, die sich dazu herablassen, meinen Blödsinn zu lesen. Ich frag mich echt, was das soll. Schneidet man sich damit nicht ins eigene Fleisch? Feedback wollen wir alle, das ist doch klar, das muss man glaub ich gar nicht mehr sagen, weil's langsam in den Köpfen der Leser angekommen sein sollte. Aber man kann keinen zum Kommentieren zwingen. Klickzahlen sagen mir nach wie vor, dass meine Geschichten Beachtung finden, aber Klicks heißen nicht unbedingt, dass auch gelesen wird. Klicken und Lesen sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe und wie mit allen Statistiken, die es im ff-Bereich so gibt, sollte man bekanntlich laut Churchill an keine glauben, die man nicht selbst gefälscht hat.

Betteln bringt nix, hausieren gehen und Interesse vorheucheln ist Selbstbetrug, und ich denke, so ein Dämpfer im Reviewbereich bringt einen immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Es ist leicht, in alte Muster zu verfallen und sich von Feedback motivieren oder demotivieren zu lassen; vielleicht einer der Gründe, warum ich mittlerweile daran setze, eine Geschichte so weit zu schreiben, dass ich weiß, dass sie ein Ende finden wird, ganz gleich, wie der Anklang aussehen wird, wenn sie irgendwann mal online steht.
Dass Reviews beeinflussen, kann glaub ich keiner von der Hand weisen, es kommt nur drauf an, wie groß dieser Einfluss ist. Ist man reviewverwöhnt, ist es natürlich bitter, wenn irgendwann keiner mehr schreibt, dann kommen die lieben Selbstzweifel zurück; hat man wiederum generell verhältnismäßig wenig Feedback, kommt man mit "geringer Ausbeute" vielleicht eher zurecht. Ich hab mich arrangiert. Ich war nie der Typ, der 100e oder gar 1000e Reviews abgefasst hat und mir fallen regelmäßig die Augen aus den Höhlen, wenn ich Autoren sehe, die sich mit beachtlichen Zahlen schmücken können. Aber dann klickt man rein und schaut sich das Feedback an und ist eben doch froh über seine 12 Reviews bei 50 Kapiteln, weil die, die was dagelassen haben, auch etwas zu sagen hatten und sich nicht auf einen "Toll weiter" - Oneliner oder "SUPER, KNUDDELKNUTSCH" beschränkt haben.

Aus mir spricht kein Neid, ich bin die Letzte, die sich weder über Anzahl noch Qualität ihres Feedbacks beklagen will/kann/darf/muss und jeder (insbesondere die Abräumer) sollte mit Resonanz zufrieden sein. Wenig ist besser als gar nichts und auch die, die gar kein Feedback bekommen, sollten nicht glauben, dass das heißt, sie seien schlecht.

Reviews...Fluch und Segen eines jeden Hobby-Schreiberlings. Gerade am Anfang ist es schön, Hinweise und (gute wie negative) Kritik zu bekommen und wenn die ausbleibt, lassen sich allzu viele davon abbringen, weiterhin zu schreiben; Leute, die Potential haben, Leute, die die ff-Welt mit Perlen bereichern könnten, wenn man sie nur ließe. Es ist schade, wie viel von Feedback abhängt und wie klein der eigentliche Anteil qualitativ hilfreicher Reviews ist, wenn man mal querliest, wie wenig Wert teilweise auf richtige Kritik gelegt wird.

Niemand wird gern kritisiert, aber es ist notwendig. Einerseits, um auf dem Teppich zu bleiben und sich nicht für den Nabel der (FF-)Welt zu halten, andererseits um Fehler zu erkennen, die man aus eigener Betriebsblindheit übersieht, und dann aus ihnen zu lernen. Es ist ein ewig leidiges Thema, das man totdiskutieren kann und grundsätzlich ändern wird sich im Leseverhalten einfach nichts, als dass ein Appell an Qualität vor Quantität in Sachen Reviews fruchten könnte. Es ist schade, es ist nicht gerecht, es ist oft ne Frage von Cliquen und Gefälligkeit und es ist in wenigen Fällen etwas, das man auf seinem Weg mitnehmen kann. Manchmal wäre es cooler, Reviews abzuschaffen, doch wo bliebe dann der primäre Sinn, einen Text mit anderen zu teilen? E-Mails zu schreiben, um eine Bewertung zu einem Text loszuwerden, ist ja offensichtlich noch anstrengender, als auf einen Reviewbutton zu klicken ;). Wer weiß...solange es Leute gibt, die lesen, bin ich glücklich. Und wenn diese auch noch dabei mitdenken und es mich ab und an wissen lassen, bin ich sogar richtig glücklich.

Jetzt muss ich aber los, hab mich mal wieder festgequatscht. Macht euch einen schönen Tag und denkt dran, viel zu trinken!

Stoffi

Dienstag, 9. Juni 2009

Reach out and touch faith


Ich bin übernächtigt, wohl immer noch ein wenig schwerhörig, habe Schmerzen an allen Ecken und Enden und bin heiser. Aber verdammt noch mal, es hat sich gelohnt. Der wegen Dave Gahans Erkrankung verschobene Deutschland-Auftakt der "Sounds of the Universe" Tour von Depeche Mode gestern in Leipzig war grandios, ganz großes Kino. Der Mann ist eine Rampensau, wie sie im Buche steht und hat mit seinen beiden Kollegen eine klasse Show abgeliefert, sodass man nicht den Eindruck hatte, dass er vor zwei Wochen noch unterm Messer gelegen hat. So wie Dave die Bühne gerockt hat...grr...da wünscht man sich fast, der Mikrofonständer zu sein! Hammer! Jaa, Kati, ich hab extra für dich peinlich laut "Dave" gebrüllt und wurde von umliegenden Fans mit erhobener Braue und "Groupie" Wertung betrachtet, aber ich halte meine Versprechen. Ich bin immer noch ganz hin und weg, insbesondere von einem meiner Lieblingssongs "Personal Jesus"...mei, hat das Stadion gebebt...
Nichtsdestotrotz gabs heut allerhand zu erledigen, sodass meine "Nachtruhe" recht kurz ausgefallen ist und ich ein Schlafdefizit angesammelt hab, das schon nicht mehr feierlich ist. Aus diesem Grund werd ich mich wohl nachher aufs Ohr hauen, nachdem ich endlich mal was gegessen hab. Das ist nur ne kurze Rückmeldung, ein "Hallo, ich leb noch", weil ich jetzt keine Zeit hab, auf Mails einzugehen und auch eure Flut an Kommentaren zu meinem letzten Post hab ich so nicht erwartet, sodass mir jetzt wie gesagt die Zeit fehlt, auf alles zu antworten. Wird aber nachgeholt, wenn mein Kopf wieder mit etwas anderem als meinem Post-Titel und seligem Grinsen gefüllt ist.

Bis dahin nutzt euren Tag!

Stoffi

Samstag, 2. Mai 2009

"Scheint so, als hätten die Ihre Spendengala zur Kostümparty umfunktioniert."


Ich hoffe, ihr seid alle gut in den Mai gekommen. Bei mir legt sich gerad wieder der Geburtstagsstress, sodass ich nach und nach dazu komme, ausstehende Dinge zu erledigen. Stormy sei an dieser Stelle gesagt, dass ich nicht widerstehen konnte und schon weitergelesen habe, an die wohlverdiente Review will ich mich noch im Laufe des Tages setzen!

Ansonsten...traue ich mich gar nicht zu sagen, dass Kapitel 9 vom Blutigen Handwerk gestern fertig geworden ist und ich die 10 bereits in der Mache habe. Die Story ist irgendwie...anders als Scar Tissue, aber macht auf ihre ganz spezielle Weise schrecklich viel Spaß. Elena hab ich mit ihrer leicht zynischen, teils aufbrausenden Art wirklich ins Herz geschlossen und ihre Interaktionen mit dem guten Bruce Wayne haben mich schon einige Male dümmlich grinsen lassen. Man mag es als Nachteil interpretieren, von der allwissenden Perspektive auf die erste Person umgeschwenkt zu haben, weil man auf andere Figuren nicht mit der gleichen Intensität eingehen kann. Andererseits finde ich das gerade faszinierend, wenn man den Fokus auf eine Person setzt und den Leser dadurch der gleichen Unwissenheit der Hauptperson aussetzt. Elena weiß z.B. natürlich nicht, dass Bruce Wayne nachts seine Fledermausklamotte rausholt und sich in die Häuserschluchten Gothams stürzt, sie weiß nicht um die Vertuschung von Harvey Dents Morden und am wenigsten kann sie den Joker durchschauen. Aus ihrer Sicht zu schreiben bedeutet, sich auf ihre Wahrnehmung und Gefühlswelt voll und ganz einzulassen. Es erlaubt mir, sie so explizit darzustellen wie sonst niemanden. Natürlich ist die erste Person eine Einschränkung, man kann nur über Elenas vage Vermutungen erahnen, was die Menschen, mit denen sie spricht und interagiert wirklich denken oder was sie zu ihrem Handeln bewegt, aber noch sehe ich da keine wirklichen unlösbaren Probleme auf mich zukommen. Der Plot steht immer stabiler, die nächsten 4 Kapitel sind in meinem Kopf schon fertig, es läuft und das gut.

Zwecks Veröffentlichung weiß ich immer noch nicht so recht, ob ich mich an der bloßen Kapitelzahl orientieren oder schlicht und ergreifend ein Datum ins Auge fassen soll. Hilfe, ich bin so unentschlossen!

Am Donnerstag hat mich noch eine Nachricht erreicht, die mich echt umgehauen hat. Ich weiß nicht, ob ihr euch erinnern könnt, aber ich hab damals berichtet, dass ich für eine außenstehende Person Leseproben zusammenstellen sollte, weil sie sich einen Überblick über meinen fabrizierten Unsinn machen wollte. Am Donnerstag wiederum hab ich die lang erwartete (und irgendwie befürchtete) Resonanz bekommen. Und ich bin jetzt noch irgendwie ganz sprachlos, wenn ich an das Feedback denke. Es ist eines, Lob von Freunden oder Familienmitgliedern zu bekommen (von denen nicht viele wissen, was ich hier eigentlich mache), ich hab da immer im Hinterkopf, dass es nicht wirklich objektive Kritik sein kann; aber wenn man von jemandem einen Schulterklopfer der Extraklasse kriegt, der eigentlich nichts mit einem zu tun hat, ist das ein unbeschreibliches Gefühl. Jetzt muss ich noch sehen, dass ich Scar Tissue und das Blutige Handwerk irgendwie ausgedruckt krieg, ohne dass ich meinen Drucker dabei Sterbehilfe erteilen muss und dann...joah...dann bin ich auf die nächsten Worte gespannt, die mich irgendwann ereilen werden.

Jetzt such ich mir erstmal was zu essen und dann mach ich mich wieder an die Arbeit. Genießt einen hoffentlich sonnigen Tag!

Stoffi

Freitag, 13. März 2009

My preciousssssssssss


Der Postmann hat eben (nein, nicht dreimal) geklingelt und mir ein lang ersehntes Paket gebracht. Oder besser gesagt, ein Tütchen. Darin befindlich war dieses Exemplar:


Ein kleines Stoffi ist im Moment dementsprechend glücklich und wird gleich mal schauen, wie es sich mit dem neuen Accessoire am Finger schreiben lässt. Muha! Kommt gut ins Wochenende!

Stoffi (beringt und beschwingt)