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Montag, 29. Juni 2009

Die (Stoff-)Pferdeflüsterin

Feelings are intense
Words are trivial
Pleasures remain
So does the pain
Words are meaningless
And forgettable...

Ich lass mich eigentlich selten zu irgendwas bequatschen; erstrecht wenn es ums Schreiben von Geschichten geht. Das ist ne Sache, die von ganz allein kommen muss und bei der ich mir auch keine Pistole auf die Brust setzen lasse. Aber es gibt auch Situationen, in denen ich mit mir verhandeln lasse. Es ist kein Geheimnis, dass ich vor überaus romantischen Szenen oder Sex-Kapiteln zurückschrecke. Geschrieben hab ich die auch, aber es ist halt lange her, ich bin da recht eingerostet. Aber wenn es dann nicht nur eine von mir überaus geschätzte und bewunderte Autorin gibt, die sich nicht nur dazu herablässt, meinen Blödsinn zu lesen, sondern die sich auch noch mit mir austauscht, meinen Kram auch noch mit tiefsinnigen und bereichernden Kommentaren versieht, lass ich mich doch mal erweichen. Die Rede ist von Stormy, die angedeutet hat, sich doch ein paar Lichtpunkte in der allzu düsteren Welt von Gotham City zu wünschen.

Für alle noch verbliebenen Scar Tissue Leser, die Kapitel 15, bzw. 16 noch nicht gelesen haben sollten, erfolgt nun ein kleiner Spoiler, mit dem allerdings alle leben können...denke ich.

Es gibt diese Szene, in der Erin Scott mitten in der Nacht im Krankenhaus besucht, um Abschied von ihm zu nehmen, weil sie aus Gotham fliehen will. Auf seine Bitte hin bleibt sie bei ihm und verbringt die Nacht mit ihm. Das ist allerdings nur angedeutet; ich scheue mich nicht nur vor expliziten Sexkapiteln, ein solches Kapitel hätte den Plot ausgebremst und meines Erachtens der Story einen Stempel aufdrücken können, den ich vermeiden wollte. Scar Tissue hat das 18-er Rating nicht wegen sexuell expliziter Inhalte...

Lange Rede, kurzer Sinn, Stormy hat mir den Floh ins Ohr gesetzt, mich mal daran zu versuchen und Erin wenigstens ein bisschen Spaß in der Story zu lassen. In einer Nacht- und Nebelaktion und mit intensiver Beschallung von Depeche Modes "Enjoy the Silence" in Dauerschleife ist letztlich eine 14-seitige Schmonzette der Extraklasse herausgekommen *lach* und oh mein Gott, ja...ich hätte bei jedem dritten Satz in die Tischkante beißen können.

Ich habe kein Problem mit Sexkapiteln, sie sollten nur einen anderen Zweck erfüllen, als rattige Leser anzuziehen, die darauf erpicht sind, nen Softporno im Schriftformat zu lesen. Ich streue Sex nur dann explizit ein, wenn er handlungstragend oder bedeutend für die Entwicklung eines Charakters ist - zumindest ist das der Anspruch, den ich heute an mich stelle. Wenn ich Bumsgeschichten lesen möchte, kauf ich mir Arztromane am Bahnhof oder Bücher, auf denen sich eine halbnackte Schönheit an eine starke (natürlich ebenfalls nackte) Männerbrust lehnt, aber ich erwarte es nicht von einer Fanfiction, auch Fanfic(k)tion zu sein. Wie dem auch sei, jaa, ich hab mich bequatschen lassen und nun gibt es doch noch, nachdem Scar Tissue seit 2 1/2 Monaten auf meinem Rechner abgeschlossen ist, ein Zusatzkapitel 15.5. Es hat mich überrascht, wie schnell und problemlos ich wieder in Erins Welt eingetaucht bin. Ich habe nichts nachlesen müssen, war sofort wieder drin; vielleicht auch, weil noch nicht soo viel Zeit verstrichen ist (obwohl ich Kapitel 15/16 im November letzten Jahres geschrieben hab *grübel*), wer weiß.

Online wird dieses Kapitel allerdings (aus oben genannten Gründen) nicht kommen, auch wenn es zugegeben Spaß gemacht hat, es zu schreiben. War wieder ne kleine Herausforderung und ein Gerangel mit dem inneren Schweinehund, der sich bislang so vehement dagegen gesträubt hat, in die NC-17 Sparte zu rutschen.

Wer an diesem schlüpfrigen Lesestoff interessiert ist, kann mir ne Mail zukommen lassen: Stoffpferdchen@web.de
Da aber weder der Joker noch Bruce Wayne darin involviert sind, wird sich die Anfrage wohl in kleinem Rahmen bewegen *g*; die Option stelle ich dennoch.

Abschließend wollte ich noch mal hier einen Dank an (Stoff-)Pferdeflüsterin Stormy loswerden, die sich getrost was drauf einbilden kann, dass ich auf ihr Zureden hin geschrieben hab. Das gelingt nicht vielen :P Und danke für deine lieben Worte! Du bekommst heut noch ne Mail von mir :)

Startet gut in die Woche!

Stoffi


Sonntag, 28. Juni 2009

Wieder da


Heute nur ein kurzer Einwurf, weil ich gleich wieder weg muss, aber euch nicht noch länger warten lassen wollte: Habt vielen, vielen Dank für all eure Geburtstagsgrüße und Glückwünsche!! Ich hab mich wirklich sehr über die zahlreichen Mails, Postkarten, SMS, Posts und natürlich auch über die Geschenke (obwohl ich mir den Mund fusselig reden kann, dass man mir nix schenken muss) gefreut - Katie, ich hab mir schon immer einen abgeschnittenen Finger in einem aufwärmbaren Bluttransfusionsbeutel gewünscht! :D
Daher auch die kurze Sendepause; Freitag war ich mit exzessivem Feiern beschäftigt, gestern dann Nachwehen behandeln und noch mit der Familie nachfeiern - da hatte ich leider nicht die Zeit und Ruhe, mein Postfach zu konsultieren und umgehende Dankesworte zurückzugeben, ich hoffe, es fühlt sich deswegen niemand auf den Schlips getreten. Also hier noch mal: Vielen Dank für eure lieben Grüße! :)

So...da ich jetzt offiziell alt bin, werde ich mich jetzt auch schon wieder verabschieden und schon mal schauen, wie mich ein Krückstock kleidet. 10 Tage sind auch schon wieder rum, was so viel heißt wie: Scar Tissue bekommt heut mal wieder Zuwachs mit Joker-Zusatz, ach, was freu ich mich auf all die kommenden Kapitel, in denen er wieder ordentlich zu tun bekommt :D
Macht euch einen schönen Sonntag!

Stoffi

Mittwoch, 24. Juni 2009

Nachtschwärmer


Zu dem bin ich gestern mutiert und ich ahne, dass ich auch heute trotz Schlafdefizit noch ein Weilchen in die Tasten hacken werde. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber ich habe manchmal solche Momente, in denen ich eine Idee, eine Szene, einen Dialog, vielleicht sogar ein ganzes Kapitel einfach aufschreiben muss, weil mir genau in diesem Augenblick der perfekte Wortlaut im Kopf herumschwirrt. Natürlich ist man in den seltensten Momenten dazu in der Lage, diese Gedanken umgehend in Text umzumünzen.

Ich bin kein Notizbuchmensch. Ich hab zwar einige, in denen ich dann doch mal Dialogflashs im Wahn (meist 3 Uhr nachts, wenn ich aus dem Schlaf hochschrecke) niederkritzle, aber ich kann keine Kapitel ausführlich per Hand schreiben. Einerseits weil ich meine grässliche Handschrift nachher nicht mehr entziffern kann und andererseits weil ich es hasse, Texte stoisch von einer Vorlage abzutippen. Außerdem kenne ich mich. Ich werkle dann hier herum, streiche da was raus, füge dort was hinzu...das mach ich beim Schreiben am Laptop mittendrin. Es ist mir zu müßig, Texte "zweimal" zu schreiben und 1:1 bestehen zu lassen. Viel zu oft verwerfe ich dann doch Passagen oder Kapitelteile, und dann ärgere ich mich nur, wenn ich den Aufwand mit Hand betrieben habe. Ich bewundere Autoren, die ganze Kapitel gleich mit Hand schreiben. Ich glaub, da würd ich mir bald ein Karpal-Tunnel-Syndrom zulegen.

Wenn ich also bestimmte Gedanken oder Wortlaute nicht explizit aufschreiben kann, verschiebe ich es auf einen späteren Zeitpunkt, was zwangsläufig dazu führt, dass sich doch alles verändert und plötzlich nicht mehr so stimmig ist wie in dem Moment, in dem man den zündenden Einfall hatte. Bestes Beispiel: Scar Tissue ist ein Kapitel aufgrund eines Speicherfehlers zur Hälfte abgegangen, das heißt, ich musste ca. 8 Seiten wieder aufschreiben, nachdem ich den Text schon fertig hatte. Besonders rund und stimmig fand ich da viele Formulierungen, beim Wiederaufarbeiten konnte ich mich aber nicht mehr an den genauen Wortlaut erinnern. Es war frustrierend. Ich habs dann zwar hingebogen, dass es keinem auffallen konnte, dass da ursprünglich mal ein anderer Teil zum Kapitel gehört hat, aber ich wusste halt, dass es die erste Fassung war, die mir persönlich besser gefallen hatte und die auf Nimmerwiedersehen in den Untiefen meines blöden selbstsynchronisierenden USB-Sticks verschütt gegangen ist. Manchmal ist das Bauchgefühl, das intuitive Schreiben eben doch flüssiger, natürlicher und irgendwie...tja...treffender.

Gestern Nacht, als ich mich eigentlich aufs Ohr werfen wollte, hatte ich wieder so einen Moment, einen Dialog, der mir nicht aus dem Kopf ging. Und gerade dieses Gespräch war bedeutend und handlungstragend. Schlichtweg nochmal den Laptop angeschmissen und mich versuchsweise rangesetzt und siehe da...das Kapitel (mit entsprechendem Dialog) ist fertig geworden. In kürzester Zeit hatte ich gestern die restlichen 3000 Wörter hinzugekleistert und konnte meine Finger machen lassen. Es war, als tippten sie einfach nur ab, was in meinem Kopf schon fertig geschrieben steht. Solche Phasen habe ich nicht immer und ich denke jeder kennt Situationen, in denen er/sie am liebsten in die Tischkante beißen würde, weils einfach nicht so auf den Bildschirm will, wie es im Kopf drin ist. Daher weiß ich Momente wie diese zu schätzen. Die Nacht war gestern produktiv und in Anbetracht der Tatsache, dass ich trotz Schlafmangel nicht müde bin, werde ich am vorletzten Kapitel schreiben und mich in Begleitung von Filmmusik tragen lassen. Wohin, wissen allein meine Finger.

Ich ziehe mich nun zurück und wünsche eine gute Nacht!

Stoffi

Dienstag, 23. Juni 2009

Blutig oder gut durch?


Blutig lautet die Antwort, wenn es nach dem neuen Blog-Design geht. Ja, ich weiß, ich wechsle mein Kleid wie ein Chamäleon, aber es macht Spaß, ein bisschen zu kreieren und aufzumotzen. Außerdem hat es sowas nett klinisch-blutiges an sich und das passt recht gut zum "Blutigen Handwerk". Mal schauen, wie lange es bleibt und wann mich die Muse für einen neuen Kleiderwechsel küsst. Bislang küsst sie mich in ganz anderen Bereichen; es schreiben sich manche Szenen eben einfach von allein und da gehören die momentanen einfach dazu. Ich hab Spaß, Elena hat Spaß, Batman weniger...aber das wird sich noch ändern. Wie heißt's so schön? Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Zum FF-Emmy - pardon: Fanfiction General Award - wollte ich eigentlich nix mehr schreiben, weil es so schön viele Leute gibt, die da zu gern was in den falschen Hals bekommen; aber ich muss mal kurz meinen Unmut kundtun bezüglich der Betrugsversuche, die von den Veranstaltern öffentlich genannt worden sind. Es ist ein Wettbewerb, Leute...einer, der vielleicht von Grund auf nicht fair sein KANN, aber Herrgott, unfairer muss er nun wirklich nicht sein. Ich finds daneben. Ich finds daneben, sich selbst zu nominieren, für sich selbst zu voten, für eine Story zu voten, ohne auch nur einen Blick in die Konkurrenz geworfen zu haben, um sich ein Bild zu machen, oder aber 100e Formulare mit der gleichen Stimme abzuschicken, um den Sieg des Favoriten (oder der eigenen Story) zu sichern. Im Zeitalter der IP-Adressen-Erkennung ist sowas nicht nur doof, sondern wirklich unnötig und unhöflich, zumal die Veranstalter mehrfach darum gebeten haben, dies zu unterlassen. Und ich wette - es sind die, die am ehesten drängeln, die solche Formularkopien exzessiv verschickt haben. Ich frag mich, ob die nichts besseres zu tun haben, ob es so etwas wie lebensnotwendig für manche ist, einen dieser Preise zu gewinnen. Nehmt's doch mit ein bisschen mehr Gelassenheit. Mit diesem Preis könnt ihr euch nichts kaufen, ihr werdet dadurch nicht berühmt oder künftige Bestsellerautoren - ihr bekommt eine Beliebtheitsauszeichnung von Lesern in der Fanfiction-Branche und könnt euch, wenn ihr mögt, damit schmücken. Es ist eine hübsche Veranstaltung für begeisterte FF-Leser, die ich keinem madig reden möchte. Aber Leute...gerade wenn ihr die Veranstaltung toll findet: zieht die Ellbogen ein und bleibt sportlich. Man muss sich tagtäglich mit so vielen Dingen herumärgern, da muss nicht auch noch aus nem Hobby erbitterter Wettkampf werden. Kann man sich außerdem nicht vielmehr über eine Auszeichnung freuen, wenn man weiß, dass man eben NICHT alle Leser, die eigene Familie oder Freunde mobilisiert hat, für einen zu voten? Wenn man weiß, dass man nicht 20x für sich selbst abgestimmt hat?
Naaa gut...aber wenn man unbedingt gewinnen will, muss man manchmal halt mehr tun als schreiben. Verdammt, dann bin ich gern der Verlierer. *Kopf schüttel*

Nicht nur das Layout hat eine Veränderung erfahren, ich hab mich endlich mal wieder an eine neue Umfrage gesetzt. Diesmal geht's darum, wie viel Zeit ihr durchschnittlich in der Woche mit dem Lesen/Schreiben von Geschichten (FFs oder Originale) verbringt. Wie immer darf jeder mitmachen, der mitmachen möchte.

Ich widme mich weiterhin dem Ende, betreibe Feinarbeit und leg dann die Füße für heute hoch. Macht euch einen schönen Abend!

Stoffi

Montag, 22. Juni 2009

Anlauf zum Showdown


"...He wore black and I wore white
he would always win the fight...
bang bang, he shot me down,
bang bang, I hit the ground,
bang bang, that awful sound
bang bang, my baby shot me down..."

Nancy Sinatras Stimme tönt gerade aus den Lautsprechern meines Laptops und untermalt mit eingängiger Melodik eine finale Unterredung zwischen Elena und Batman, bevor...nun ja...manche Liedtexte sagen mehr als ein expliziter Spoiler. Ich habe jedenfalls meinen Spaß und genieße es, dass es in einem angenehmen Tempo von der Hand geht, auch wenn ich nicht allzu viel Zeit zum Schreiben habe. Aber die, die ich dafür nutze, nutze ich umso effektiver. Und ich kenne mich - am Ende einer Geschichte nehme ich immer ein bisschen das Gas raus, das Ende einer Geschichte muss einfach stimmen und ich möchte es gern so auf den Bildschirm projizieren können, wie es in meinem Kopf ist, denn so ist es wunderbar atmosphärisch, erhellend, resignierend...die Erkenntnis einer Niederlage. Natürlich wird das nicht ganz ohne Feuerwerk gehen; wir sprechen hier schließlich von einer weiteren Joker-Story, die ihren Hut nimmt und der diabolische Meister der Manipulation kann das Zündeln bekanntlich nie ganz lassen. Aber dafür ist im nächsten Kapitel noch ausreichend Platz.

Ich habe heute einen Blick auf das kommende Kapitel von Scar Tissue geworfen, nur um einen Überblick zu erhaschen, was den geneigten Leser beim nächsten Update erwartet. Eine meiner liebsten Jokerszenen wartet da auf mich und ein Einblick in Erins Innenleben...so langsam ist die Kacke da gewaltig am Dampfen und mir macht das natürlich besonders viel Spaß. Ja, da kommen noch jede Menge Tränen, Angst, Entsetzen, n bisschen Blut und...ach, halt das übliche Zeugs. Aber jetzt kommen endlich die Kapitel, die mir persönlich am meisten am Herzen liegen. Zwischendrin hab ich natürlich auch Lieblingsszenen, Sachen, die ich so nachträglich einfach nicht mehr verändern würde, weil es in meinen Augen einfach stimmig rüberkommt. Aber ganze Kapitel durchweg zu mögen ist bei mir eher eine Seltenheit. Gut, bei 11,000-er Kapiteln hat man jede Menge Gelegenheit, irgendwas blöd zu finden oder nicht zu mögen, von daher ist das vielleicht nicht ungewöhnlich. Ich freu mich trotzdem, wenn ich mir mal sagen kann: "Jupp, hier passt alles"

Wie gesagt, oft kommt's nicht vor, aber gerade in den 20-er Kapiteln kommt da ne Menge...uh und die 35/36...emotionaler Showdown allererster Sahne. Zumindest für Erin. Rückblickend weiß ich nicht, ob ich diese Szenen heute noch so schreiben könnte, aber "damals" ging es beim Schreiben allein unter die Haut und wenn es einem beim Tippen dieser Zeilen schon diverse Male eiskalt den Rücken runterläuft, ist es umso schöner, wenn man nach gewissem Abstand drüberschauen und es tatsächlich für gut befinden kann. Vielleicht ist aber auch einfach noch nicht genug Zeit verstrichen, dass ichs blöd finden kann :P

Showdown steht nun auch beim Handwerk an, wenn er auch ganz anderer Natur als bei Scar Tissue. Überhaupt ist das Wesen dieser Geschichte ein anderes als bei meinem ersten Dark Knight Baby. Klar, düster und deprimierend ist es auch, aber das geht mit Gotham als Schauplatz auch nicht anders, da kann ich keine Can-Can-tanzende Hühnertruppe agieren lassen; aber der Grundton ist ein anderer, nicht zuletzt durch die Perspektive. Und wie Stormy (vielen, vielen Dank noch mal an dieser Stelle!) festgestellt hat: da sind ein paar mehr Schmunzler und vielleicht sogar Lacher drin. Das wiederum hab ich meinen wunderbar selbstständig agierenden Helden zu verdanken, die sich gegenseitig ordentliche Spitzen an den Kopf knallen. Zwar nicht in dem Ausmaß wie es ein Logan in Stormys X-Men Werken mit seinen Mit-Protagonisten macht, aber es genügt, um streckenweise die Handlung aufzulockern. Und das muss ja auch mal sein; da kann ja nicht alles aus Mord, Totschlag, Schmerz und Tränen bestehen, das wäre auf Dauer zu deprimierend.

Je länger ich mich im Thriller-Genre bewege, desto mehr Lust bekomme ich wieder darauf, mich positiveren Emotionen zu widmen. Es muss nicht gleich eine humoristisch angehauchte Geschichte sein, aber etwas...weniger Bedrückendes...ja, ich glaub, das würde mir ganz gut schmecken. Ich wurde mal gefragt, ob meine Geschichten meine persönliche Stimmung reflektieren würden. Äh...nein, dem ist nicht so. Dann wäre ich glaub ich Langzeitdepressive mit suizidalen Tendenzen. Nein, äh...danke der Nachfrage, mir gehts gut. Und eine Psychopathin bin ich auch nicht, ich töte höchstens Insekten (und Spinnen!). Ich bin ein verhältnismäßig netter Mensch. Meine Geschichten mögen alle einen Teil von mir in sich bergen, aber nichts davon ist autobiografisch, das anzunehmen wäre auch ziemlich weit hergeholt. Schreiben ist zwar auch eine gute Therapie, wenns einem mal schlecht geht, aber das, was dabei rauskommt, behalte ich meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Das, meine Lieben, war mein 100. Blogeintrag. Keiner meiner Blogs hat so lange überlebt und war so voll von Gedanken und Anekdoten, über deren Sinn man gern streiten mag, aber verdammt, das ist ein Arbeitstagebuch, da darf man das :P

Ich widme mich nun dem Showdown und wünsche euch einen produktiven Abend. Seid schön fleißig!

Stoffi


Samstag, 20. Juni 2009

Lang lebe der König!


Oder sollte es besser heißen "Lang schreibe der König"? Denn ich stolperte in den letzten Tagen vermehrt über die Gerüchte um den neuesten Roman des Königs der guten Horrorliteratur - Stephen King. Und diesen zufolge soll der gute Mann seinen Fans im November einen etwa 1,200 Seiten langen Roman mit dem Titel "Under the dome" präsentieren. Man darf gespannt sein.

Einer Inhaltsangabe gemäß soll sich eine Art unsichtbare Kuppel über eine Kleinstadt senken und diese von der Außenwelt im wahrsten Sinne des Wortes abschneiden. Unter dieser Kuppel beginnt dann ein Wettrennen gegen die Zeit, denn allerhand düstere Geheimnisse werden durch die Isolation der Einwohner nach und nach an die Oberfläche befördert. Mein erster Eindruck, als ich die Zusammenfassung gelesen habe, war: "Da hat sich Mister King sogar von dem Simpsons Film inspirieren lassen" Sofort hatte ich das Spiderschweinlied im Kopf und einen Motorrad fahrenden Homer im Sinn, der die Welt rettet. Eh...ich hoffe doch, dass diese Assoziation einzig meinem wirren Geist entspringt und ansonsten nichts mit dem Roman zu tun hat.

King scheint jedenfalls wieder in guter alter "Es" oder "The Stand" Form zu sein, was die Länge seiner Werke angeht. Obs qualitativ noch mal ein "Oho" entlockt, ist unsicher, es ist eher schwer, an legendäre Werke wie "Es" oder "The Shining" anzuknüpfen. Aber man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben. Natürlich mehren sich drumherum die Gerüchte, dass es auch gleichzeitig sein letzter Roman sein soll, aber das wurde schon nach der Veröffentlichung von "Cell" und "Lisey's Story" behauptet und er selbst hüllt sich darüber immer noch in andächtiges Schweigen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für einen professionellen Schriftsteller eine Art Ruhestand gibt, einen Fixpunkt, ab dem man sagt, man schreibt nicht mehr. Rein finanziell hat das Mister King schon lange nicht mehr nötig, es wird einfach ein innerer Drang bei ihm sein, Geschichten zu erzählen. Ich meine...das kennt man doch schon als absoluter Amateur und Hobby-Autor, dass man schreiben MUSS, weil man sonst irgendwann durchdreht. Wieso sollte das dann bei den richtig Großen anders sein?

1,200 Seiten...hach, das verspricht wieder sehr viel Lesespaß und Gänsehautmomente...auch wenn mich das Lesen dieses Artikels auch ein bisschen an die FF-Sparte hat denken lassen. Was sagen Seitenzahlen oder eine Kapitelanzahl schon aus? Ich kann mich damit brüsten, 20 Seiten zu schreiben, aber wenn ich nach jedem Satz nen Absatz und ne Leerzeile reinschlag, sinds unterm Strich auch nur 10 Seiten Realtext. Gleiches gilt für Kapitel. Ich kann 80 Kapitel schreiben, aber wenn dann die Gesamtwortzahl unter 100,000 herumschwirrt, weiß ich auch, was ich von der Storyeinteilung zu halten hab. Kurze Kapitel geben mir nichts, und was in bestimmten Fandoms als Kapitel verkauft wird, macht mich stutzig. Ohne Witz, ich hab bereits mehrere Geschichten entdeckt, in denen ein Kapitel nicht mehr als eine Din-A4 Seite, etwa 600, 700 Wörter umfasst. Und es war kein Prolog oder Epilog, sondern die generelle Kapitellänge.

Ich weiß nicht, worauf ihr achtet, wenn ihr euch eine Story vornehmt, aber ich lass mich von einer bloßen Kapitelanzahl nicht beeindrucken, sondern setze diese ins Verhältnis zur Gesamtwortzahl. Wenn ich lese, dann will ich mich auch in der Story verlieren und darin abtauchen und nicht nach zwei Minuten schon feststellen, dass der Lesespaß schon wieder rum ist. Viel heißt nicht automatisch gut; das will ich damit nicht sagen, aber ich lese lieber viel Text und merke, dass sich der Autor mit der Welt und den Charakteren gründlich auseinander setzt, die er geschaffen hat, als dass ich lieblos dahingeklatschte Fünfzeiler sehe, auf die ich dann auch noch wochenlang warten muss. Lange Kapitel sind für mich nicht abschreckend; eher sind es die, mit denen man nicht einmal eine Bahn tapezieren könnte, wenn man sie ausdruckt - es sei denn, man wählt Schriftgröße 86. Das ist wie so vieles Geschmackssache und ich sehe selbst, wie ich mit der Kapitellänge pro Geschichte variiere. Es muss zur Geschichte passen, zur Stimmung, zum Inhalt. Es gibt keine Faustregel, wie lang eine Geschichte mindestens sein muss. Ich persönlich finde es nur wichtig, dass nicht bloß an der Oberfläche gekratzt, sonderm dem Leser die Chance gegeben wird, in eine andere Welt zu tauchen - und das für mehr als fünf Minuten. Die Zeit zum Lesen muss ich haben und mir auch nehmen; hab ich weniger zur Verfügung, les ich lieber gar nichts. Lesen ist für mich ein Erlebnisprozess, keine Langeweiletherapie, um mich zu beschäftigen.

Aber da die Schreiberei etwas zu kurz gekommen ist letzte Woche, werde ich mich nun exzessiv Elena und ihrer letzten Begegnung mit Batman widmen. Ich hasse Abschiede, hab ich das schon mal erwähnt? Nun denn, genießt euren Samstag!

Stoffi

Freitag, 19. Juni 2009

Psychopathengeplänkel


"Who am I?
Many things, so many.
I am the nightmare that makes you
scream like a child for your mother.
I am the unseen laugh that makes you
run for your front door.
I am the smile that makes you ache
with pain.
I am the Joker.
I am he who laughs at death
and my smile is damnation..."

Heute musste ich spontan als Lehrerersatz einspringen und daher auf meine vormittägliche Schreibdosis verzichten, was aber natürlich nicht bedeutet, dass die Kopfschreibmaschine nicht fleißig vorgeschrieben hat. Die kommende Szene und das Ende des Handwerks sind in meinem Kopf perfekt, wollen nur noch niedergeschrieben werden. Und danach...nun...ich hab hier noch nen X-Men Schinken liegen, in den ich gestern sogar wieder hinein gebissen und weitergeschrieben habe. Ob ich das Teil dann aber online stelle, ist wirklich fraglich. Ich fürchte mich nicht vor Kritik, aber mittlerweile hab ich eine Art...nun ja...Veröffentlichungsanspruch entwickelt; will heißen - es kommt nicht jeder Scheiß (pardon) online, der sich in mein Schreibprogramm verirrt, das wäre auch ne Zumutung.

Ich schau mich mal wieder um und überlege, was nach dem Handwerk kommt. Ich hatte nach dem Ende von Scar Tissue mit einem Loch gerechnet, einem Zustand absoluter Schreibunfähigkeit; aber dann kam schnell das Handwerk daher. Wenn ich diese Geschichte nun beende, werde ich wahrscheinlich erst einmal die Finger von "The Dark Knight" lassen. Das Bunny für eine weitere Geschichte ist nach wie vor da und entwickelt sich noch, aber ich möchte nichts übers Knie brechen und vielleicht tut es mal wieder ganz gut, das Fahrwasser zu wechseln. Obwohl ich sagen muss, dass mir mein Lieblingspsychopath unheimlich fehlen wird, wenn erstmal wieder ein "Ende" getippt ist.

Der Joker ist ein Charakter, der mir einfach rundum Spaß macht, der in seiner Boshaftigkeit keine Grenzen kennt, der unberechenbar und launenhaft ist, null Empathie, null Menschlichkeit, null Skrupel besitzt. Das sind schon hervorragende Voraussetzungen für einen Bösewicht, aber seine Brillanz setzt dem Ganzen noch das I-Tüpfelchen auf. Gemischt mit morbider Komik und düsterem Charme zieht er früher oder später jeden in seinen Bann. Jede Dark Knight Geschichte, die da draußen existiert und über den Joker erzählt, ist der Versuch einer Hommage an Heath Ledgers atemberaubende Darbietung von Batmans infernalischer Nemesis, und auch wenn der Hype über den Film nach und nach abflaut, ist es immer noch Stoff, der begeistert, ein Charakter, der fasziniert, schockiert, mitreißt und mit geschminktem, eingemeißeltem Grinsen die ungeschminkte Wahrheit aufdeckt.

Er ist ein Charakter, über den ich zu erzählen nie müde werde. Tausende Geschichten und Szenen entspringen meinen Gedanken, wenn ich versuche in seine dunkle Psyche abzutauchen, mich darin zu verlieren und wie im Rausch über ihn zu schreiben. Aber: einerseits muss die Zeit da sein, all diese Geschichten zu schreiben und andererseits...sollte es auch noch irgendjemanden geben, der das dann liest (fürs Schreiben nicht relevant, aber sehr wohl fürs Veröffentlichen). Also...mal sehen, was nach dem Handwerk kommt...grob gerechnet wird Scar Tissue noch bis Februar nächsten Jahres mit Updates aufwarten, das Handwerk sicherlich bis Ende des Jahres...die, die diese Geschichten noch verfolgen und sich dafür interessieren, werden versorgt sein. Aber man muss weiterdenken. Welche Geschichten habe ich noch zu erzählen? Wie viele? In welchem Genre? Es wird unter Garantie eine neue Sparte geben, die mich begeistern und mit neuen Storyideen inspirieren kann, das hat die Vergangenheit oft genug gezeigt.

Fakt ist; der Joker wird mir fehlen und die Unmöglichkeit eines zweiten Filmauftritts des Ledger-Jokers macht einmal mehr schmerzhaft bewusst, dass es nur noch an den Fans sein wird, ihn weiterleben zu lassen. Und das sollte mit Respekt, mit Demut und Hingebung geschehen.

Ich werde nicht unbedingt in ein Loch fallen, weil eine Story zu Ende geht, die mir wieder sehr am Herzen gelegen hat; aber ich kann mir vorstellen, dass es mir wesentlich schwerer fallen wird, vorerst vielleicht die Finger vom Joker zu lassen.

Aber noch hab ich ja meine 2, 3 übrigen Teile, meinen Endspurt zum Handwerk...dann werden wir weiter sehen.

Startet gut ins Wochenende!

Stoffi

Mittwoch, 17. Juni 2009

In Feierlaune


...bin ich gerade ohne jeden erfindlichen Grund. Heute gehts mir einfach nur gut, auch wenn der Tag wieder mal recht stressbehaftet war und ich mich am liebsten gleich wieder in die Horizontale begeben würde. Aber ich bin guter Dinge. Es sieht viel versprechend aus in vielerlei Hinsicht. Im Zuge der nächsten Woche hab ich dann hoffentlich auch Anlass zur Freude, auch wenn ich dann ein Jahr mehr aufm Buckel hab. ABER: Seit langem kann ich meinen Geburtstag ausgiebig feiern. In den letzten drei Jahren hatte ich dazu nie wirklich Gelegenheit, bzw. musste es verschieben, weil da immer heiße Klausurenphase während des Studiums anstand und Lernen eher angesagt war als Feiern. Und wenn ich ehrlich bin, hab ich mich auch nie sonderlich dafür begeistern können. Aber diesmal nicht, neheeein. Ich ahne Schlimmes, werde wohl mal wieder so richtig die Sau rauslassen, schick essen gehen, dann ab ins Sommertheater...ich hoffe mal, dass sich das Wetter bis dahin stabilisiert hat, dieser permanente Wechsel von Sonne und Regen geht mir gehörig auf den Sender (nicht zuletzt nach meinem gestrigen mehrstündigen Fahrradausflug bei strömendem Regen - aber verdammt, die Erdbeeren waren es wert!). Wir werden sehen.

Grund zu feiern hat heute auch die liebe Snoopy, denn sie hat heute ihre mündliche Abschlussprüfung mit Bravour bestanden. An dieser Stelle nochmals herzlichen Glückwunsch, das hast du dir redlich verdient! :)

Heute hab ich noch ein paar Gänge erledigt, den inneren Schweinehund mal wieder malträtiert und habe dazu endlich wieder ein paar Stündchen zum Schreiben gefunden. Das Handwerk liegt in seinen letzten Zügen und ich verpasse ihm gerade so ziemlich die letzte Ölung. Nachdem Kapitel 28 sich aufgrund mangelnder Schreibzeit etwas hat bitten lassen, komme ich nun zu einem hübschen Tusch in Kapitel 29, dann schätzungsweise noch 2 Kapitel und der Epilog und dann haben wir das auch gegessen. Schaff ich zwar voraussichtlich nicht mehr zu meiner mir persönlich gesetzten Frist, aber bei einem Vorsprung von 23 Kapiteln ist das glaub ich weniger tragisch, da lauf ich nicht Gefahr, jemanden zappeln zu lassen.

Eben hab ich noch fleißig Reviews beantwortet, es frisst irgendwie doch mehr Zeit, als ich immer einkalkuliere; ich bin ganz mies in punkto Zeitmanagement. Aber hey, wenn Leser Zeit finden, meinen Quark zu lesen und dann auch noch mit so vielen bereichernden Gedanken kommentieren, dann hab ich auch die paar Minuten, um darauf einzugehen. Ich bin nicht die fleißigste Reviewbeantworterin, muss ich gestehen. In Archiven, in die ich nur noch selten einen Blick werfe, vernachlässige ich so einige Kommentare, manchmal fehlt mir einfach die Übersicht, mich mit verjährten Geschichten auseinander zu setzen. Auf ff.de gelobe ich im Moment Besserung und setze mich eigentlich umgehend (es sei denn, es betrifft meine Dark Knight Stories, dazu gibt es immer Antworten zum neuen Update) an die Beantwortung von Feedback. Gerade wenn Fragen oder Kritik laut werden, ist es nur fair, darauf einzugehen, aber auch so lasse ich wenigstens gern ein "Danke" zukommen. In Zeiten, in denen sich das so genannte "Stille Lesen" immer größerer Beliebtheit erfreut, ist es umso schöner, wenn sich Leser zu Wort melden.

So...jetzt leg ich die Füße hoch und lass mir meine Mango schmecken. Ich wünsche einen schönen Abend!

Stoffi

Dienstag, 16. Juni 2009

Powered by emotion


Ja, ich sollte mich eigentlich schämen, uralte Werbeslogans von Sat. 1 für meine Zwecke zu missbrauchen, aber ich fand den Titel ganz passend zu meinen neuerlichen Gedanken über die Welt des Lesens und Schreibens. Mir ist mal wieder aufgefallen, was für mich als Leser wichtig bei der Lektüre von Büchern und auch Fanfictions ist - das Spiel mit den Gefühlen. Es muss nicht immer eine Achterbahnfahrt sein, auf die ich mitgenommen werde, ich muss nicht alle verfügbaren Emotionen beim Lesen eines Textes durchleben - das wäre zum Teil auch wirklich zu viel verlangt. Fakt ist nur, dass ich irgendetwas fühlen MUSS, wenn ich das Buch nicht aus der Hand legen, bzw. die Fanfiction wegklicken will. Und genau diesen Effekt heraufzubeschwören; den Leser empfinden zu lassen, ist meines Erachtens schon eine Herausforderung. Es geschieht mir nicht oft, dass ich beim Lesen Tränen in den Augen habe, weil mich der Text sehr berührt oder bewegt; das trifft bei mir allerdings auch auf die meisten Filme zu. Manchmal wird mir die Emotionalität eines Holzklotzes nachgesagt *hust* Das wiederum heißt: es ist eine umso größere Leistung, mich tatsächlich zum Weinen zu bringen (auch wenn man meinen könnte, dass Einfallslosigkeit, Nichtvorhandensein von Rechtschreibung und Grammatik, und Absenz jeglichen Stils dafür sorgen könnten: nein, ich meine richtige Tränen). Zugegeben: viele Texte haben das noch nicht geschafft; dafür lass ich mich umso lieber zu einem lauten, herzhaften Lacher hinreißen oder zu einem tiefgehenden Seufzer, Herzrasen, Abscheu, Hass und Ekel sind ebenfalls keine Seltenheit. Was ich damit sagen will: man hat zumindest bei mir persönlich schon gewonnen, wenn man mich gefühlstechnisch mitreißen kann.

Ich erinnere mich manchmal gern an die Schulzeit zurück, als wir uns in unseren ersten behelfsmäßigen Interpretationsaufsätzen gern der Phrase "Die Intention des Autors ist es, mit seinem Text zum Nachdenken anzuregen" bedienten. Heute kann ich darüber nur grinsen. Wie viel von den verfassten Texten ist wirklich Intention und was fließt unbewusst in sie hinein? Ist Interpretation und Gefühl nicht immer auch leserabhängig?

Was den einen zum Lachen bringt, mag dem nächsten höchstens ein Braueheben entlocken; wo andere schmachtend zerfließen, rollen sich anderweitig vielleicht Zehennägel hoch; wo der eine zitternd das Buch zuklappt und am besten weit, weit wegwirft, liest eine weniger zartbesaitete Seele vielleicht in aller Ruhe weiter. Emotionen sind wie Interpretationen zu einem gewissen Teil sehr subjektive Bestandteile eingängiger Lektüre. Natürlich kann es der Autor auch darauf anlegen, bestimmte Stimmungen zu erzeugen, kann versuchen, auf die Tränendrüse zu drücken oder aber mit Humor Lacher zu entlocken.

Wie so vieles ist aber gerade Emotionalität für mich intuitiv: will heißen - ich will eine Emotion nicht erzwingen. Bei eigener Lektüre stolpere ich oft über Fälle, in denen zu viel "gewollt" worden ist. Zum Beispiel: da stapeln sich die schmalzigen Klischees, um mir visuelle Karies zu bescheren, sodass ich nur noch seufze, weil es abgedroschen, aber keineswegs schön ist; da wird Humor zu Slapstick oder taucht zu oft unter die Gürtellinie, um langfristig unterhaltsam zu sein; da fließt extra viel Blut oder kommen extra viele Monster vor, die eher den Eindruck erwecken, man selbst wäre als Leser Zeuge einer Kindergeburtstagsfeier von Zombies anstatt in einem guten Horrorthriller. Da schließ ich mich selbst nicht aus. Was ich fabriziere, mag für meine Verhältnisse im Rahmen des Erträglichen sein, Leser mögen manches als zu heftig erachten. Es ist schwer, einen allgemeinen Nerv zu treffen, weil jeder anders emotional gestrickt ist und das schlägt sich sicherlich auch in Leserreaktionen nieder. Die einen gähnen nur müde, während andere vor Spannung fast in die Schreibtischkante beißen.

Allen kann man es sicherlich nicht recht machen, wenn es um Emotionen geht; aber für mich persönlich ist es ein großes Lob, wenn ich jemanden zum Lachen, Weinen, Grübeln, Seufzen oder Mitfiebern bringen kann - insbesondere, wenn ich dasselbe beim Schreiben entsprechender Szenen empfunden habe.

Emotionen sind das Salz in der Suppe. Ich ertappe mich oft dabei, wie ich Geschichten nicht mehr weiterverfolge oder Bücher weglegen, weil sie mich nicht ansprechen. Da mag der Stil in Ordnung, die Storyline nachvollziehbar und logisch sein - wenn nur der Kopf beansprucht wird und nicht das Herz, verliere ich schnell das Interesse.

Wie kann man Emotionen transportieren? Wohl am besten über die Charaktere. Sympathie ist dafür nicht wirklich ausschlaggebend, schließlich sind Wut und Abscheu gleichsam Empfindungen wie Freude oder Mitgefühl. Lebendige Gefühle kann man erst dann erzeugen, wenn die Charaktere selbst lebendig sind. Hölzerne Protagonisten, deren Klone man in einem Dutzend anderen Stories wiederfindet oder ein Einheitsbrei aus nichtssagenden Nebendarstellern können den Job nur schwer erfüllen. Wie es dann letztlich beim Leser ankommt...nun, darauf hat der Autor wohl nicht immer Einfluss. Die Hauptsache ist nur, dass es ankommt.

Habt einen schönen Abend!

Stoffi

Samstag, 13. Juni 2009

Des Pudels Kern


Da ich gerade wieder medizinische Fachartikel wälze, kommt mir die Frage in den Sinn, wie relevant Recherche eigentlich ist. Ich meine...man könnte jetzt lax behaupten, dass eine Fanfiction im Vergleich zu einem richtigen Buch keinen oder wenig Anspruch auf fundiertes Hintergrundwissen benötigt, aber das kommt ganz drauf an, was man schon als Recherche oder recherchewürdig bezeichnet. Dass man für einen eigenen historischen Roman beispielsweise nicht nur Wikipedia konsultieren kann, ist irgendwo klar, wenn man ganz bestimmte geschichtliche Ereignisse glaubwürdig aufgreifen will. Aber wie sieht das bei Fanfictions aus? Recherche beginnt da meiner Meinung nach auf dem banalsten Level überhaupt - dass man gewisse Grundkenntnisse aus dem Fandom mitbringen sollte. Wer, was, wann, wo, das Grundkonstrukt eines Fandoms, das bestehende Universum sollte mit Respekt behandelt werden.

Ausnahmen sind dann eher als Alternative Universe gekennzeichnete Geschichten oder Parodien, aber sobald man sich eines Fandoms bedient, also Setting und Charaktere entlehnt, sollte man doch gewisse Kenntnisse voraussetzen können, oder? Sicher gibts komplexe Fandoms, bei denen die Recherche eher mühsam ist, weil es so viele Aspekte gibt, die beachtet werden müssen. Aber wenn ich ne Fanfic in Angriff nehme, sollte ich mich mit dem Universum beschäftigen. Das gilt insbesondere für die Charaktere. Dass man nicht die Schuhgröße aller Protagonisten kennen muss, ist logisch, aber grundsätzliche Charakteristika, Aussehen, Verhalten, vielleicht spezielle Mimik und Gestik, Geschichte und Beziehung zu anderen Charakteren...wenn man glaubwürdig Charaktere übernehmen will, sollte man sich schon damit befassen. AU-Sequenzen sind wieder ne andere Geschichte (wenns gekennzeichnet ist), dafür ist Fanfiction eben Fanfiction; wenn alle nur das lesen würden, was sich strengstens an Filme/Bücher/Comics hält, wären die FF-Sektoren weitaus weniger frequentiert (gerade wenn man bei Harry Potter an Draco/Harry Slash-Fics denkt, die's da irgendwie zuhauf gibt), kreative Freiheit ist da durchaus gestattet - solange es glaubwürdig transportiert wird. Dass bei jedem Charakter ein gewisser Toleranzraum da ist, ist klar, denn zu 100% Charaktere zu transportieren ist schwieriger als man denkt.

Dann kommt es natürlich auch aufs Genre an, in dem man schreibt. Würde ich eine Jane Austen Fiction schreiben, setzt das für mich nicht nur voraus, dass ich entsprechende Romane gelesen habe, sondern mich auch mit den historischen Umständen zur Zeit der Handlung beschäftigt habe, die Sprechweise verinnerliche (eine Lizzy Bennet wird Darcy kaum mit: "Ey, Alter, was geht ab?!" begrüßen) und auf Details achte: welche wissenschaftlichen und technologischen Errungenschaften gab es Ende des 18. Jahrhunderts in England? Genau das gleiche beim Herrn der Ringe...da kann ich Aragorn nicht mit nem vollautomatischen Gewehr oder einer Bazuka Orks wegpusten lassen (es sei denn, es ist eine AU-Parodie :P).

Recherchebedarf sehe ich weiterhin, wenn man Themen in einer FF anschneidet, von denen man selbst wenig bis gar keine Ahnung hat. Ich finds dann immer etwas unvorsichtig, einfach etwas zu erfinden á la "Was nicht passt, wird passend gemacht", gerade wenn es um sensible Themen wie Krankheiten oder Behinderungen geht. Es mag selten vorkommen, dass Leser über absonderliche Themen im Bilde sind und einen darauf ansprechen, dass man völlig daneben gelangt hat, aber die Möglichkeit besteht und wenn man die Chance hat, irgendwo nachzuschauen und sich schlau zu machen, dann sollte man die auch wahrnehmen und die Glaubwürdigkeit der eigenen Erzählung stärken. Ich habe keine medizinische Ausbildung und ich bin auch nicht der Gebärdensprache fähig, ich hab auch keine große Ahnung von Chemie und Sprengstoffen, aber ich habe für jedwede derartige Verwendung umfangreich recherchiert. Natürlich ist das Aufwand und natürlich ist das nur für ne Fanfiction, die am Ende keiner liest und für die man nichts bekommt, aber wenn ich schon Mist fabrizieren muss, dann zu einem geringstmöglichen Grad.

Teilweise hab ich mehr Zeit für Recherche als fürs Schreiben an sich investiert, manchmal für Details, die am Ende überlesen werden oder untergehen. Aber es ist trotzdem nicht umsonst, gerade weil man selbst viel dazu lernt. Beim Schreiben - auch wenn es sich nur um Fanfiction dreht - gibts nen gewissen Authentizitätsanspruch. Man kann ihn nicht immer wahren, man macht Fehler...aber man kann sich wenigstens sagen, dass man sich Mühe gegeben hat :)

So...und bevor ich nen Happen esse und dann den strahlend blauen Himmel für Aktivitäten außerhalb meiner vier Wände nutze, beschäftige ich mich noch ein bisschen mit Herzschrittmachern. Habt einen schönen Samstag!

Stoffi

Donnerstag, 11. Juni 2009

For what it's worth

I said my goodbyes
For what it's worth
I always aim to please
But I nearly died

Heut mal wieder ein Titel, der ganz gut auf den Tag passt - Placebos "For what it's worth" - wofür so manches gut ist...ja, das frage ich mich öfter und nicht nur ich, sondern auch Elena, die eine Zeitlang auch immer allen gefallen wollte. Wo es geendet hat, sehe ich gerade im 28ten Kapitel. Die Geschichte nähert sich ihrem Ende, ich rechne grob mit 3-4 Kapiteln und dem Epilog und dann haben wir das nächste Projekt abgehakt.

Wofür ein Blog gut ist, das ist eine Frage, die ich mir schon öfter gestellt hab. Ich hatte bereits mehrere Blogs, aber habe nie lange konsequent durchgehalten. Der Writer's Blog hält sich dafür schon recht lange, was daran liegen mag, dass er sich einfach mit einem Hobby beschäftigt, dem ich nie wankelmütig gegenüber gewesen bin. Wozu aber führt man einen Blog, kehrt seine Gedanken zu diversen Themen nach außen und teilt sich mit? Interessiert es überhaupt jemanden, welche Meinungen man äußert, über welche Dinge man diskutiert? Mag sein.

Doch in erster Linie ist es - zumindest mir - wichtig, mir bestimmte Sachen von der Seele zu schreiben. Die müssen dann nicht zwingend öffentlich stehen und noch weniger besteht die Verpflichtung, dass das irgendjemand kommentieren muss. Es ist ein Arbeits-, ein Gedankenblog. Hier halte ich fest, was mich bewegt, oftmals blättere ich in älteren Einträgen und staune, wie viel von manchen Gefühlen, die ich während des Schreibens mancher Einträge hatte, konserviert wurden. Ich fühle mich in längst vergangene Arbeitsprozesse zurückversetzt, erinnere mich an diverse Szenen, fühle mich dann schon mal veranlasst, Kapitel aufzuschlagen und nachzulesen. So wie alle Geschichten, die man je verfasst hat, die eigene Entwicklung aufzeichnen, ist der Blog für mich eine Art "Behind the Scenes" - Ausschnitte aus den eigenen Arbeiten, Gedanken dazu oder zum Schreiben allgemein, zur Fanfictionwelt...in der Zwischenzeit ist der Blog recht interaktiv geworden. Das ist erfreulich, aber kein Muss.

Ich habe monatelang ohne jegliche Resonanz gebloggt und das war völlig in Ordnung. Das heißt ja nicht, dass nicht gelesen wird. Und es ist auch nicht nötig, meinen Blog zu lesen. Das hier ist keine Fanfiction, bei der ich erpicht darauf bin, Feedback zu erhaschen, ich fordere keinen einzigen Leser hier auf, sich mir mitzuteilen, aber wenn es doch jemand tun will, ist das natürlich schön. Ich setze es nur nicht voraus. Ich blogge nicht fürs Publikum, ich blogge nicht, um auf mich aufmerksam zu machen oder um Leser zu "rekrutieren"; ich biete lediglich für Interessenten eine Plattform an, sich mit mir auszutauschen oder einfach nur mitzulesen. Denn ich lese selbst unheimlich gern Autoren-Blogs, wie man an meiner Blogliste rechts erkennen kann. Es ist toll, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und über Aspekte des Schreibens zu philosophieren. Aber: wenn man bloggt, sollte man auch irgendwas zu sagen haben und es nicht nur tun, weil es alle anderen machen. Sonst ist man auch bei twitter.com ganz gut aufgehoben. Sowas stößt mich eher ab. Bei interessanten Gedanken bleibe ich hingegen kleben und verfolge entsprechende Blogs auch mit regen Kommentaren (sofern die aktiviert sind *zu Kati schiel*).

Es ist beliebt geworden, einen Blog zu führen, also gehe ich davon aus, dass es vielen anderen auch so geht wie mir, die einfach den Kopf entmüllen wollen, was gerade in Sachen Schreiberei schon mal mehr als nützlich ist. Also...traut euch, liebe Autoren, greift auch zum Blog-Stift...die wenigsten unter euch werden es bereuen!

Ich werd jetzt erstmal die Füße hoch legen, in dieser Woche wird immer nicht viel, wenn ich abends zu Hause bin. Ist seltsam hektisch dieser Tage. Aber ein Rendezvous mit Batman und einer hübschen Actionsequenz habe ich mir dennoch für heute vorgenommen. Mal sehen, was wird. Genießt euren Donnerstagabend (insbesondere die Glücklichen unter euch, die heute einen Feiertag genießen können!).

Stoffi

Dienstag, 9. Juni 2009

Reach out and touch faith


Ich bin übernächtigt, wohl immer noch ein wenig schwerhörig, habe Schmerzen an allen Ecken und Enden und bin heiser. Aber verdammt noch mal, es hat sich gelohnt. Der wegen Dave Gahans Erkrankung verschobene Deutschland-Auftakt der "Sounds of the Universe" Tour von Depeche Mode gestern in Leipzig war grandios, ganz großes Kino. Der Mann ist eine Rampensau, wie sie im Buche steht und hat mit seinen beiden Kollegen eine klasse Show abgeliefert, sodass man nicht den Eindruck hatte, dass er vor zwei Wochen noch unterm Messer gelegen hat. So wie Dave die Bühne gerockt hat...grr...da wünscht man sich fast, der Mikrofonständer zu sein! Hammer! Jaa, Kati, ich hab extra für dich peinlich laut "Dave" gebrüllt und wurde von umliegenden Fans mit erhobener Braue und "Groupie" Wertung betrachtet, aber ich halte meine Versprechen. Ich bin immer noch ganz hin und weg, insbesondere von einem meiner Lieblingssongs "Personal Jesus"...mei, hat das Stadion gebebt...
Nichtsdestotrotz gabs heut allerhand zu erledigen, sodass meine "Nachtruhe" recht kurz ausgefallen ist und ich ein Schlafdefizit angesammelt hab, das schon nicht mehr feierlich ist. Aus diesem Grund werd ich mich wohl nachher aufs Ohr hauen, nachdem ich endlich mal was gegessen hab. Das ist nur ne kurze Rückmeldung, ein "Hallo, ich leb noch", weil ich jetzt keine Zeit hab, auf Mails einzugehen und auch eure Flut an Kommentaren zu meinem letzten Post hab ich so nicht erwartet, sodass mir jetzt wie gesagt die Zeit fehlt, auf alles zu antworten. Wird aber nachgeholt, wenn mein Kopf wieder mit etwas anderem als meinem Post-Titel und seligem Grinsen gefüllt ist.

Bis dahin nutzt euren Tag!

Stoffi

Sonntag, 7. Juni 2009

Big fish in a little pond


In einem früheren Eintrag habe ich ja schon einmal zur Debatte gestellt, ob Big Names, sprich Autoren, die sich großer Beliebtheit und Anhängerschaft erfreuen, gleichzeitig für außerordentliche Qualität stehen. Ich denke, es erübrigt sich, festzustellen, dass dem nicht so ist. Es ist ohne Frage eine Leistung, sich viele Leser zu angeln, denn das bedeutet zu einem gewissen Punkt, den Zeitgeist und den Nerv der Leser zu treffen, die im Bereich Fanfiction nicht unbedingt die anspruchsvollsten sind. Das ist keineswegs ironisch gemeint; da gehört meines Erachtens schon was dazu, der Masse das genau richtig verpackt zu bieten, wonach ihr beliebt. Wie aber verhält es sich, wenn man Träger eines Big Name ist, es aber gar nicht will?

Ich weiß nicht, ob ich ein Big Name bin oder jemals war, aber ich erlebe es häufig, dass Leser des Nicknames "Stoffpferd" sofortige Assoziationen zu meinen ersten beiden HdR-Großgeschichten schlagen. Diese erfreuten sich großer Beliebtheit und sind immer noch die beiden Geschichten, mit denen ich das meiste Feedback eingefahren habe. Aber - ich weiß genauso gut, dass es sehr dilettantische erste Schreibversuche waren. Ich meine...ich war 16. Geschrieben hab ich zwar schon vorher, aber in Sachen Fanfiction waren das meine ersten Gehversuche und mir sträuben sich heute noch die Nackenhaare, wenn ich an diverse Kapitel und Fehltritte denke. Ich schäme mich nicht für meine Anfänge, es ist irgendwo schön, die (hoffentlich eingetretene) eigene Entwicklung an den Geschichten nachvollziehen zu können, aber ich weiß, dass die Geschichten unglaublich gehypt wurden und ich ihnen einen gewissen...na ja..."Bekanntheitsgrad erlangt" ist vielleicht zu viel gesagt, aber dass doch einige diese Stories kennen. Big Names bringen Vorteile und Nachteile. Vorteil mag sein, dass man "bekannt" in gewissen Fandomkreisen ist, vielleicht öfter gelesen wird, sich nicht mehr einen Arm ausreißen muss, um gelesen zu werden. Solange der richtige Name dahinter steht, kann man glaub ich auch drei Seiten ausm Telefonbuch abschreiben.

Nachteile sind für mich da aber allerdings gehäufter. Man wird immer in Verbindung zu der Story gebracht, mit der einem der zweifelhafte Durchbruch gelungen ist. Im Positiven wie im Negativen. Da kann man noch so lange schreiben, da gibt es immer diesen Bezugstext, dieses rote Tuch, das die Erwartungshaltung von Lesern irgendwo beeinflusst oder sie vielleicht sogar abschreckt. Ich will gar nicht wissen, wie viele Leute eine Story lesen, weil ein Big Name dahinter steht, oder aber diese aus demselben Grund meiden.

Kann man aus seiner Haut heraus, wenn man unfreiwillig Träger eines Big Name geworden ist? Ich weiß es nicht. Ich habe keine Ahnung, wer in meine Geschichten reinklickt, weil mein Name dahinter steht, genauso wenig weiß ich, wer gerade das als Grund sieht, um nicht zu lesen/nicht zu reviewen. Aber was kann man tun, um diesen unfreiwilligen und dubiosen Ruhm von sich abzuschütteln? Versteht mich nicht falsch, es ist toll, viel gelesen zu werden, aber irgendwo im Hinterkopf bleibt immer die Frage, ob das alles gerechtfertigt ist und ob es des Textes wegen gelesen wurde oder weil man kein No Name ist.

Was also kann man tun? In erster Linie sicherlich schreiben, schreiben, schreiben, beweisen, dass es anders geht, dass man nicht mehr auf "Mary-Sue/Gary-Stu" Niveau herumdümpelt, dass man wandlungsfähig und flexibel ist, sich an verschiedenen Genres und Fandoms versucht, dass man sich nicht auf fadenscheinigen Lorbeeren ausruht. Ich hätte die Woge der Begeisterung ausnutzen können, hätte "Sonne über Ithilien" noch einen dritten Teil aufdrücken können, hätte damit wahrscheinlich viel Feedback kassiert und meinen zweifelhaften "Ruf" gefestigt. Aber ich habe es nicht getan und ich glaube, es war die richtige Entscheidung. Ein Plot wäre in jedem Fall drin gewesen, aber man muss erkennen, wenn es an der Zeit ist, weiter zu gehen, sich an etwas anderem zu versuchen und zu orientieren. Trotzdem klingt das Echo dieser alten Geschichten immer noch nach und ich hab das Gefühl, das mich nicht wenige für einen gehypten Autor halten. Vielleicht bin ich das auch, ich weiß es nicht. Fakt ist, dass ich es nicht sein will und ich glaube, das unterscheidet mich von gewissen Kollegen. Man kann aber noch so viel schreiben, sich noch so sehr wandeln wollen; die, die du einmal nicht überzeugt hast, geben dir nicht immer eine zweite Chance.

Man könnte sich ein Pseudonym zulegen, um zu testen, inwiefern man erfolgreich ist. Dafür büßt man natürlich lieb gewonnene, zum Teil sehr treue Leser ein, aber man ist ein noch unbeschriebenes Blatt, jemand, den noch keiner "kennt", dem noch keiner "Vorurteile" gegenüber hat. Man kann völlig neu ins Rennen gehen, wie es einem noch nicht einmal gelingt, wenn man mit altem Namen in ein neues Fandom wechselt, denn selbst da gibt es Leute, die deine "düstere" Vergangenheit kennen. Aber muss man wirklich zu nem Pseudonym greifen, um eine Chance zu haben, sich zu beweisen? Der Aufwand ist für etwas wie Fanfiction wohl zu groß, auch wenn es interessant wäre. Dann aber ist wieder die Frage, ob es nicht doch etwas gibt, was dich verrät oder ob du dann überhaupt gelesen wirst.

Oder man macht sich rar, legt eine Pause ein. Das Fanfictionrad dreht sich immer weiter. Es gibt immer neue Fandoms, neue Autoren, neue Hypes, neue Cliquen. Wenn man daraus ausbricht und zu einem Zeitpunkt wiederkommt, an dem man längst vergessen ist, kann man dann von null anfangen? Wohl nur, wenn man seine alten Geschichten löscht, seine Spuren im großen Fanfictionsandstrand verwischt.

Man kann wohl ein vorgefertigtes Bild nicht aus den Köpfen der Leser prügeln, muss sich damit abfinden, dass es Leute gibt, die dich nicht lesen, weil du nicht in den richtigen Fandoms unterwegs bist oder aber weil du ja nur ein gehypter Autor bist/warst. Ich finds schade, dass das Lesen und Schreiben von Fanfictions und das Reviewen auf eine sehr persönliche Ebene gehoben wird. Aber ändern lässt sich das wohl nicht. Es gibt genug Leute, die das Klischee halt erfüllen, die irgendwo auf der Stelle treten und dort bleiben, wo ihnen ein gewisses Ansehen sicher ist. In sehr wenigen Ecken wird noch um der Texte willen gelesen. Manchmal wünschte ich mir eine völlig anonyme FF-Welt, aber das ist nicht realisierbar. Allein schon, weil es FF-Dieben das Spiel vereinfachen würde und das Ego vieler Autoren zu groß ist, um darauf zu verzichten, seine Signatur unter jede Silbe zu setzen, die aus der eigenen Feder entsprang.

Vielleicht muss ich mich damit abfinden, was manch einer über mich denkt; solange ich nicht das gleiche denke und ich kontinuierlich an mir arbeite, beweise ich mir selbst, dass ich nicht für Anerkennung und Popotätschelei schreibe, sondern in erster Linie für mich selbst. Und solange ich mich selbst und meine Erwartungen nicht gravierend enttäusche, werde ich den Stift auch nicht niederlegen, ob nun Big Name oder nicht, ob gerechtfertigt oder nicht. Manchmal ist es das Beste, sich keine Gedanken um das Echo zu machen. Unterm Strich zählt, was man ruft.

Habt einen schönen Sonntagabend!

Stoffi

Freitag, 5. Juni 2009

"Möchtest du leben, Elena?"


Zugegeben, wenn einem der Joker diese Frage stellt, überlegt man sich die Antwort sicher zweimal. Meiner Protagonistin aus dem Blutigen Handwerk bleibt im Moment nicht viel Zeit, um nachzudenken. Dafür ist es an dem Punkt der Story wohl eh schon zu spät. Wenn man sich zu tief in die Scheiße (pardon) geritten hat, sollte man erkennen, wann man verloren hat. Endzeitstimmung im Blutigen Handwerk und ich fiebere dem Finale entgegen.

Die Wehmut hält sich noch in Grenzen, was nicht heißt, dass das Handwerk mir weniger bedeuten würde als 'Scar Tissue'...es liegt wohl einfach an der Arbeitszeit, die ich dafür aufgebracht hab und die gerade mal halb so lang ist wie die Zeit, die ich für meine erste Dark Knight Story geopfert hab. Je länger, je intensiver man an einer Geschichte sitzt, desto schmerzlicher ist es, wieder loszulassen und sich neuen Aufgaben und Herausforderungen zu stellen. Aber ich will mal nicht vorschnell sein. Am Ende jammere ich in 2 Wochen rum, weil es vorbei ist *lach* Obwohls dann ja nicht GANZ vorbei sein wird *konspirativ dreinschau*.

Heute hab ich jedenfalls Zeit, mich ein bisschen intensiver um das nahende Ende zu kümmern. Es gibt Szenen, die kann man nicht zwischen Tür und Angel schreiben, dazu braucht man Ruhe und Zeit, weil da einfach alles stimmen muss. Die fieseste Szene liegt noch vor mir und sie bricht mir zu einem Teil auch das Herz, aber was wäre eine Jokerstory ohne jedwede Verluste? Der Weg zum Ende ist durchaus mit ein paar Leichen gepflastert, fragt sich nur wie das Ende aussehen wird.

Ich scheine es verlernt zu haben, Happy Ends zu schreiben. Oder aber ich schreibe Happy Ends und sie fühlen sich für mich nicht wie Happy Ends an...*grübel* Scar Tissue geht schon fies aus (und die Leser, die bis zum Ende durchhalten, werden mich DEFINITIV steinigen, was anderes kann ich mir irgendwie nicht vorstellen) und nun auch das Handwerk...obwohls beim Handwerk wieder anders fies ist als bei Scar Tissue...ach, es ist nicht leicht. Hauptsache ist, dass das Ende stimmig ist. Es KANN einfach nicht immer alles gut ausgehen, die Helden können nicht immer heiraten und ein Häuschen im Grünen bauen, wo sie unbehelligt von den Geschehnissen ihrer Vergangenheit in trauter Langeweile bis zu ihrem Lebensende vor sich hinvegetieren. Die Zeit der Märchen ist vorbei.

Als musikalische Untermalung eignen sich übrigens die verrücktesten Soundtracks/Songs. Ich glaub, ich brauche nicht zwingend etwas, das zur Stimmung eines Kapitels passt, aber ich denke, mit diesem Leckerli aus dem 28 Days Later Soundtrack hab ich die ideale Begleitung für den Part gefunden, an dem ich gerade sitze. Ich liebe Musik, bei der man Gänsehaut bekommt. Jetzt muss ich diese Empfindungen nur noch aufs flimmernde Papier bringen. Haha, wenn das mal nur so einfach wär (dann hätt ich drei Sorgen wenigeeeer *sing*)

Ach so, und wie euch aufgefallen sein dürfte, bin ich wieder "back 2 black", ich steh auf dunkle Layouts und das gefällt mir persönlich gerade besonders gut.

Kommt gut und kreativ ins WE!

Stoffi

Donnerstag, 4. Juni 2009

Ein Dankeschön


Ich habe gestern und heute insgesamt sicher zwei Stunden (ok, mit Unterbrechungen) an Reviewantworten fürs Blutige Handwerk gesessen. Nicht, weil es jetzt eine bahnbrechende Anzahl war, sondern weil jeder einzelne Kommentar, den ich diesmal zu beantworten hatte, voller so vieler Gedanke war, dass es schon einer intensiveren Auseinandersetzung bedurft hat.

Zum ersten Mal hat mein ff.de Mail-Account angezeigt, dass die versandte Mail zu lang war *lach* Zweimal! Wahnsinn. Wenn so intensive Gedanken kommen und ich sehe, wie hier stellenweise zwischen den Zeilen gelesen wird, was in Details hineininterpretiert wird...es ist toll. Mehr kann und will ich mir nicht wünschen. Leser wie diese bringen mich immer wieder zum Strahlen, zum Grübeln, zum Diskutieren, zum Hinterfragen meiner eigenen Zeilen, sie sind meine größte Stütze, mein Wegweiser, Entwicklungshelfer sozusagen.

Ein schnödes Danke erscheint mir da irgendwie immer zu wenig, wenn ich diese beeindruckenden Reviews beantworte. Es steht in der FF-Welt nicht unbedingt an der Tagesordnung, dass Leser so viel Zeit und Mühe investieren. Ich erwarte von niemandem seitenlange Reviews, gehe nicht mit dem Maßband an den Scrollbalken, um abzuwägen, ob eine Mindestlänge eingehalten wurde...darum geht es bei Feedback nicht. Ich freue mich über ein Lebenszeichen, freue mich, wenn mal ab und an gesagt wird "hey, ich lese und es gefällt/gefällt nicht und warum", aber wenn ich sehe, was da manchmal für Gedanken zum Ausdruck kommen und wie sehr sich einige Leser mit einer FF beschäftigen - das ist dann immer wie die kandierte Kirsche auf dem Sahnehäubchen (nur leckerer *lach*).

Ich kann nicht viel mehr tun, als "danke" zu sagen und mich durch eure Worte ermutigt zu fühlen. Alles andere würde dann glaub ich als "Bestechung" durchgehen. Aber ich hoffe, einige von euch, die gemeint sind, lesen das hier. Ich weiß, ihr könnt euch von meinem Danke und meinem Lächeln, meinem Strahlen, meiner Freude an euren Worten nichts kaufen, aber ihr sollt zumindest wissen, dass mir jede Kritik, jedes Lob, jeder Gedanke unglaublichen Ansporn verleiht. Ich sag euch das immer wieder in meinen Reviewantworten und ich denke, ich langweile euch schon damit. Aber gerade heute will ich das nochmal loswerden, wenn ich sehe, dass ich 10 Seiten Rev-Antworten geschrieben hab...und eigentlich nur verwundert den Kopf schütteln kann. Also nochmal zum Mitschreiben und zum Stoffi-den-Hals-umdrehen-weils-nervt: DANKE!

An der Schreibfront geht so einiges...wenn Elena wie am Ende des 25ten Kapitels meint, das Gefühl zu haben, als lüftete sich der Vorhang zum letzten, alles entscheidenden Akt, hat sie damit gar nicht mal so Unrecht. Es warten noch ein fieser Meuchelmord, Batmanaction, einige Erkenntnisse und Überraschungen zum Finale hin darauf, geschrieben zu werden. Und dann? The End. Mal sehen, wie lang das noch wird.

Schreiben ist mal wieder im Moment das beste Ventil, um Ärgernisse und Enttäuschungen des Alltags rauszulassen, wenns schon auf anderen Wegen auf taube Ohren stößt.

Macht euch einen schönen Abend!

Stoffi

Montag, 1. Juni 2009

In Ehrfurcht erstarrt...


...bin ich irgendwie immer noch. Kennt ihr das, wenn ihr eine Geschichte lest und es euch einfach nur umpflügt, weil einfach alles stimmt? Stil, Charaktere, Setting, Plot? Weil sich einfach alles so weglesen lässt wie in einem richtig guten Roman? In der Fanfiction-Sparte passiert mir das zugegeben selten, aber gestern, als ich Stormys neuestes Meisterwerk gelesen hab, ist mir echt die Spucke weggeblieben und ich hab jetzt noch Mühe, neue zu produzieren, so sehr hat mich das umgehauen. Das war einfach ein wahnsinnig toller Lesegenuss, nach dem ich keine Zeile mehr aufs Papier gekriegt hab, weil mir immer noch der Wortlaut dieses genialen Ficlets im Kopf herumschwirrte und ich wusste, dass ich das nie so hinbekommen werde. So gehts mir manchmal, besonders, wenn ich ein super Buch gelesen habe. Dann mag ich am liebsten den Stift in die Ecke werfen und alles löschen, was ich je verbrochen habe. Am meisten ging mir das so bei King, aber auch bei Süskind hätte ich mich für meinen eindimensionalen Wortschatz kasteien können.

Mein Word-Dokument ist nun wieder offen und die Schreibmarke hat auch nicht lange Zeit, um zu blinken, aber trotzdem kommt mir das nur zweitklassig vor, was ich hier zusammengrütz und meine Gedanken an eine X-Men Story entwickeln sich im Angesicht dieser Perle zur reinsten Blasphemie. Wie gut, dass gerade eine hässliche Messerszene ansteht, so was kann ich wenigstens langsam.

Ich gewinne solchen Dämpfern immer etwas Positives ab. Es stutzt einen gehörig zurecht und macht einem irgendwo begreiflich, dass man noch ne Menge zu lernen und hoffentlich auch das entsprechende Potential dazu hat. Lieber so als irgendwann abzuheben und sich für das unfehlbare Nonplusultra zu halten, das schon die Spitze des Eisbergs erklommen hat. Denn wenn wir meinen, schon angekommen zu sein, legen wir uns im Prinzip nur Steine in den weiteren Weg, ruhen uns auf Lorbeeren aus und lassen unsere Fähigkeiten stagnieren, anstatt sie weiter zu entwickeln. Damit zu prahlen, besser als 13-jährige Schreibanfänger zu sein, kann jeder zweite. Erkennen, wo die eigenen Schwächen und Defizite liegen, erfordert Selbstkritik, etwas, wozu komischerweise die, die offensichtlich Verbesserungsbedarf haben, nicht fähig zu sein scheinen. Aber so ist das glaub ich. Die schreien immer am lautesten, hinter deren großer Klappe nicht wirklich was steckt, die erlauben sich Arroganz und ein Profilieren gegenüber anderen, obwohl sie auch nicht gerade die Offenbarung auf zwei Beinen sind. Ich hoffe, ich werde so einen Punkt nie erreichen und nie vergessen, dass es da draußen Texte gibt, die mir die Schuhe ausziehen, bei denen ich nur mit offenem Mund lesen kann und idiotisch die Augen weite, weil ich so gefesselt bin.

Ich werd jetzt was Essbares suchen und mich dann an mein Kapitel setzen, auch wenn es schwer fällt, weil ich mich einfach nur unfähig fühle. Mal sehen. Vielleicht fällt das von mir ab, wenn ich ein bisschen tiefer ins Geschehen tauche und ein wenig Blut vergieße. Danach steht mir erschreckenderweise gerade der Sinn.

Genießt den Pfingstmontag!

Stoffi