Von Kapitel zu Kapitel lege ich einen Seelenstriptease nach dem anderen hin. Also nicht ich, aber meine Protagonisten und es ist für mich teilweise erschreckend, was mir meine Charaktere alles so über sich offenbaren. Scar Tissue wird mehr und mehr seinem Titel gerecht und gerade im derzeitigen Kapitel 33, das sich im Endspurt befindet, geht's seelisch verdammt zur Sache. Zwar hab ich in früheren Kapiteln schon immer mal durchblitzen lassen, was meiner kleinen Erin alles widerfahren ist, aber ich denke, das ist im Moment der totale emotionale Showdown für sie. Und wenn man selbst dasitzt und beim Schreiben heult, dann ist's wohl doch ein wenig grenzwertig. Mein Joker ist aber auch ein Arschloch, und man kann ihn trotzdem nicht hassen. Ich jedenfalls nicht, dafür flüstert er mir viel zu viele gute Wendungen zu.
Nichtsdestotrotz mache ich mir langsam aber sicher Gedanken über das Ende. Ich kann noch keine Schätzung abgeben, aber momentan tendiere ich dazu, dass ungefähr bei 50 Kapiteln Schluss sein wird. Aber wenn das so weitergeht wie im Moment und mir täglich neue Plotbunnies über den Weg hoppeln, kann ich mir nicht sicher sein, dass ich das einhalte. Sicher ist nur, dass Scar Tissue die längste Geschichte sein wird, die ich bisher geschrieben hab und auch die, die mich am meisten gefesselt hat und noch immer fesselt. Ich kann mich nicht erinnern, an einem anderen Projekt mit ähnlicher Leidenschaft gefeilt zu haben und fürchte ich mich ein wenig vor dem Tag, an dem ich 'ENDE' tippe, auch wenn's gleichzeitig eine große Erleichterung sein wird, mal wieder etwas fertiggestellt zu haben. Was danach kommt, ist völlig offen. Wer weiß, ob ich dann noch die Zeit haben werde, eine größere Story in Angriff zu nehmen. Back 2 Good steht auch noch unfertig rum, aber im Moment krieg ichs nicht auf die Reihe, leichte Kost zu schreiben.
Wohin wird Erins Weg noch führen? Die Gute hat ja nun doch schon mehr mitgemacht als ich ursprünglich geplant hab und spurlos geht nichts an ihr vorüber. Gerade in diesem Kapitel wird es deutlich, wenn sie einen Teil ihrer Menschlichkeit aufgibt...hach, sie hat sich zu einem sehr strittigen Charakter gemausert, die Kleine. Vielleicht fällt mir der Gedanke deshalb so schwer, mich von ihr lossagen zu müssen.
Morgen fahre ich dann erstmal weg und schaffe mir ein wenig Abstand zu den Dingen, die hier so abgehen. Ich weiß noch nicht, ob ich das Update, das für Samstag vorgesehen ist, auch einhalten werde, kommt ganz darauf an, ob und wie lange ich im Netz sein kann. Aber ich denke, 1, 2 Tage wird man sich noch gedulden können im Falle eines Falles. Bin ich froh, dass ich Teile der 8-stündigen Fahrt im IC zubringen kann und dieser Steckdosen hat :D Im Zug lässt es sich erstaunlich gut schreiben und ich glaub, ich würd durchdrehen, wenn ich so lange nichts tun könnte. Hoffen wir auf eine produktive Reise.
Bis dahin wünsche ich euch ein seelenstripteasefreies Wochenende!
Mittwoch, 25. Februar 2009
Narbengewebe
Eingestellt von Stoffi um 12:21 1 Kommentare
Labels: ich, Scar Tissue, Schreiben
Montag, 23. Februar 2009
And the Oscar goes to...
...the Joker. Und ich seh's mit nem lachenden und nem weinenden Auge und danke meinem Videorecorder, dass er Hugh Jackmans tolle Moderation festgehalten hat. Den Rest schau ich mir jetzt nicht mehr an in Anbetracht der Tatsache, dass ich in 4 Stunden wieder aufstehe.
Morgen antworte ich auch auf Blogkommis...aber jetzt bin ich zu...beschwingt und bewegt. Gute Nacht euch allen. Oder guten Morgen. Je nachdem.
Eingestellt von Stoffi um 04:17 2 Kommentare
Sonntag, 22. Februar 2009
Geduld ist eine Tugend
Und in dieser Hinsicht bin ich gänzlich tugendfrei. Als ob Ungeduld allein nicht schon schlimm genug wäre, aber bei mir ist Ungeduld dicht gefolgt von Selbstzweifeln.
Das dritte Kapitel von Scar Tissue ist seit Mittwoch online und ich weiß auch nicht...im Vergleich zum zweiten ist die Resonanz noch ein wenig...verhalten. Ich kann und will mich nicht beschweren, aber ich merk halt schon, dass sich einige nicht mehr zu Wort melden, die anfangs dabei waren. Es scheint so langsam aber sicher einzusetzen, was ich befürchtet hab, oder ich bin einfach nur wieder paranoid. Hallo? 5 Reviews? Ich kann absolut nicht meckern, von so einer Quote hab ich während meiner Arbeit an Back 2 Good nur träumen können. Dennoch bleibt zwangsläufig der Vergleich zu vorangegangenen Kapiteln, sodass ich mir einfach die Frage stelle, ob mit dem Kapitel irgendwas nicht stimmt. Es ist ein bisschen ruhiger, jokerlos, aber ich brauche es als Bindeglied, wenn im nächsten Kapitel der Joker wieder für Unruhe sorgen wird. Ist der Joker das einzige Lockmittel für eine Story? Oder Batman, in diesem Sinne? Meine Originalcharaktere entwickeln gerade später noch jede Menge Eigendynamik, aber ich finde auch die sehr spannend zu schreiben. Vielleicht ist das beim Lesen anders, ich steck einfach nicht in den Köpfen drin. Oder ich bin halt einfach zu ungeduldig und paranoid. Reviews sind nicht nur da, um den Honigpinsel auszupacken, Kritik ist wichtig und erklärt vielleicht auch, wenn einige vom Lesen abgekommen sind. Ich hoffe, es liegt nicht daran, dass sich nur keiner traut, den Knüppel mit gegenüber rauszuholen, denn ich denke, ich schreib lange genug, um mit konstruktiver Kritik leben zu können. Aber dazu muss sie erstmal geäußert werden. *am Kopf kratz*
Ach, kommt Zeit, kommt Rat. Das nächste Update ist auf Samstag datiert, aber da ich da gerade mein herzallerliebstes Lieblingsblümchen invasiere, weiß ich gar nicht, ob ich bei ihr ein Update machen darf. Das wird sich dann zeigen. Auf ein, zwei Tage Verspätung kommt's dann glaub ich auch nicht an.
Ich hatte gestern einen interessanten Mailwechsel mit der Leserin, die ich im vergangenen Post bereits angesprochen hab. Ich denke, es lag ihr fern, irgendwelche Forderungen zu stellen und sie erläuterte mir auch, dass ihrer Meinung nach Favoriteneinträge aussagekräftiger als Reviews sind. Ich kann diese Haltung zwar nicht teilen, aber ich respektiere sie. Aber was nützen mir Favoriteneinträge, wenn ich kein Echo bekomme? Wenn nicht gesagt wird, was besonders gefallen hat oder was nicht so doll war? Es hat nichts damit zu tun, irgendwelche Reviewzahlen hochzupushen, ich finde es nur so toll, dass es bei Fanfictions möglich ist, interaktiv zu werden, d.h. der Leser kann im Gegenzug zu einem echten Buch dem Autoren Fragen zu Unstimmigkeiten oder zur Plotentwicklung stellen und der Autor kann auch darauf eingehen. Gedanken der Leser sind wichtig, und auch wenn ich das Schreiben nicht davon abhängig mache, finde ich es unheimlich interessant, was für Denkanstöße oder Spekulationen laut werden. Na gut, mal sehen. Hab ja noch knapp ne Woche Zeit und hau derweil kräftig in die Tastatur. Gleich wird Erin ganz schön Fieses erleben, aber hauptsächlich auf psychischer Ebene und das finde ich so unglaublich interessant. Was ich dem Joker schon für kranke Psychospielchen in den Mund gelegt hab, erschreckt mich manchmal selbst, aber gerade diese psychologische Kriegsführung ist spannend zu schreiben und macht Spaß.
Ich werd mich da gleich noch ransetzen, hab ja heute recht viel Zeit zum Schreiben, zumal ich heute Nacht die Oscars verfolgen und mir die Fingernägel abknabbern werde. Schaut jemand mit mir mit? Ansonsten wünsche ich einen schönen Sonntag!
Eingestellt von Stoffi um 14:58 4 Kommentare
Freitag, 20. Februar 2009
Auf die Schippe genommen
Tag 5 im Schneechaos und ich trainiere meinen Bizeps weiterhin fleißig mit Schneeschippen. Wenn das so weitergeht, mach ich in ein paar Wochen Arnold Schwarzenegger Konkurrenz, aber das ist ja nicht wirklich erstrebenswert. Außerdem will ich nächste Woche schönes Wetter haben, wenn ich übers Wochenende wegfahre.
Auf die Schippe hab ich aber nicht nur Schnee, sondern auch ein wenig Batman und den Joker genommen...ab und an ein kleiner Schmunzler schadet manchmal glaub ich nicht. Gezwungenermaßen lustig wirds auch morgen auf einer Faschings-Pflichtveranstaltung zugehen, zu der ich keine wirkliche Lust hab, aber was solls, einmal im Jahr kann man sich schon mal dazu hinreißen lassen.
Ich freue mich derweil schon tierisch auf das nächste Kapitel, das ich am Sonntag in Angriff nehmen will. Da wartet wieder so ein fieser kleiner Knackpunkt auf mich, den ich schon lange schreiben will. Wenn ich was nicht kann, dann ist es der Handlung beim Schreiben vorzugreifen. Will heißen, ich muss chronologisch schreiben und könnte jetzt z.B. nicht das Ende schreiben, obwohl ich es schon im Sinn hab. Das ist zwischenzeitlich schon hinderlich, aber da mir die ganze Geschichte sehr am Herzen liegt, will ich nichts übers Knie brechen.
Um dem Blogthema treu zu bleiben, auf die Schippe genommen hab ich mich gefühlt, als ich neulich von einer "Schwarzleserin" (ich mag den Begriff eigentlich nicht, aber ich denke, jeder weiß, was ich damit meine) angeschrieben und gebeten wurde, doch den Updaterhythmus zu verkürzen, ich hätte ja so nen großen Vorsprung. Wenn der Wunsch von Leuten kommt, die mir auch ab und an eine Review dalassen, ziehe ich das gern in Erwägung, aber ich mags nicht, wenn ich noch nie was von einigen Leuten gehört hab, und das Erste, was sie zu mir "sagen" eine Forderung nach Lesestoff ist. Das ist in meinen Augen nicht angebracht. Zumal die Kapitellänge recht ordentlich ist und nicht jeder Zeit zum Lesen innerhalb von 10 Tagen findet. Aber gut, ich werd hier nicht persönlich und echauffier mich wegen so etwas...ich fands nur kurios und irgendwie schade.
Derweil wünschte ich mir, ich hätte mehr Zeit zum Lesen. Aber ich krieg den Kopf nicht frei, solange ich selbst an diesem kleinen hartnäckigen Monster schreibe. Es ist ärgerlich, weil ich viele Stories ins Augenmerk gefasst habe und gern verfolgen möchte, mich aber dabei ertappe, wie ich meist schon nach einem Absatz gedanklich abschweife. Meine Lese-Konzentration ist im Moment echt nicht das Wahre. Aber kommt Zeit, kommt Rat.
Kommt gut ins Wochenende!
Eingestellt von Stoffi um 19:12 2 Kommentare
Donnerstag, 19. Februar 2009
Ein neues Gewand
Mich hat's heut gerappelt, ein neues Layout musste her. Raus aus dem muffigen Schwarz und ein her mit eleganter Kühle, passender zum Winter und zum derzeitigen Stand meiner Laune.
Ich bin ein wenig irritiert im Moment und lass mich mal wieder von Selbstzweifeln plagen, aber ansonsten ist alles mehr oder weniger im Lot. Post aus England hat mich heute früh ausnahmsweise mal richtig energisch aus dem Bett springen lassen und nun plane und koordiniere ich fleißig vor mich her. Heut ist ein bisschen Zeit, um auszugehen, Kino steht mal wieder auf dem Programm, diesmal leichte Kost. Ich hoffe nur, ich werd nicht wieder 2 Stunden herumhibbeln und mich nach meinem WORD sehnen. Das nimmt langsam kranke Ausmaße an, aber was soll ich machen? Ich kann nicht anders. Und wenn ich nicht schreibe, dann komm ich gar nicht mehr zur Ruhe. Also lass ich besser alles raus, was keine Miete zahlt.
In diesem Sinne...euch einen schönen Tag!
Stoffi
Eingestellt von Stoffi um 12:09 3 Kommentare
Labels: Layout
Mittwoch, 18. Februar 2009
Rückenwind im Endspurt
Es ist faszinierend, wie unterschiedlich sich meine Schreibroutine äußert, wenn es zu verschiedenen Teilen innerhalb eines Kapitels kommt. Bislang habe ich feststellen können, dass ich besonders beim Endspurt eines Kapitels richtig Gas geb und wie unter Fieber schreib. Gestern wieder. Obwohl der halbe Tag für Schneeschippen (danke, jetzt bin ich halbseitig flügellahm), Besorgungen und Treffen draufging und ich schon mit dem Gedanken abgeschlossen hatte, doch nicht die letzten 6 Seiten des Kapitels schreiben zu können, hab ich mühelos alles niedergeschrieben. Es ist wie verhext. Insbesondere am Ende eines Kapitels kann ich ohne Punkt und Komma (nicht wörtlich nehmen) loslegen, sodass ich mir manchmal wünschte, das ganze Kapitel wäre ein einziger Endspurt. Aber gut, ich beschwere mich nicht über meine Arbeitsgeschwindigkeit, die doch recht gleichmäßig geblieben ist und schneller ist als alles andere, was ich vorher fabriziert hab. Dabei mag ich Enden nicht unbedingt im Speziellen. Gerade einleitende Sequenzen sind genauso wichtig und machen mir auch viel Spaß, aber vielleicht ist es einfach dieser psychologische Faktor, wieder etwas abschließen zu können (selbst wenn er nur ein Kapitel ist), der mich einfach den Turbo einlegen lässt. So langsam finden sich alle Puzzleteile zusammen und ich hab noch eine wichtige Wendung gestern ausgeklügelt, die dann das Finale einläuten wird. Ich kann immer noch keine Prognose abgeben, insbesondere nicht, wenn wie im gestrigen Kapitel 10 Seiten für reinen Psychoterror draufgehen. Ich kann und will mich in der Hinsicht aber auch nicht kurz fassen. Dafür ist es viel zu interessant, Charaktere auseinander zu nehmen und mit ihren Ängsten und Hoffnungen zu spielen. Ich hoffe, den Leser wirds nicht langweilen. Überhaupt würde ich mehr als erfreut sein, wenn wirklich ein paar bis zu diesem Punkt in der Geschichte dranblieben. Wie jede Geschichte braucht auch Scar Tissue ein bisschen Anlauf; ich bin kein Freund von Action von der ersten Zeile an. Aber wenn ich mir anschaue, was noch auf den Leser wartet...oh, dann wäre ich wirklich gespannt auf die ein oder andere Meinung.
Ich bin immer noch völlig platt über diese Resonanz, die ich erhalte und mag mir jedes Mal die Augen reiben, wenn ich sie lese. Ich bin's wirklich nicht mehr gewohnt und freue mich wie ein kleines Kind über jeden noch so kleinen Kommentar. Irgendwie ist es bei Scar Tissue noch schöner, gerade weil mir die Geschichte wirklich am Herzen liegt. Ich wünschte, ich könnte mehr als nur danke sagen, gerade weil so ein Feedback für mich nicht selbstverständlich ist, aber ich hoffe, dass alle, die sich die Zeit nehmen, zu lesen und mir etwas da zu lassen, wissen, was für eine große Freude sie mir bereiten.
Da nun gestern ein Kapitel fertig geworden ist, ist es nun an der Zeit, sich an ein neues zu setzen. Mal schauen, ob mich der Turbo vollends ignoriert, oder ob er sich heute wieder zeigt. Bis dahin wünsche ich allen einen schönen Mittwoch - Bergfest!
Eingestellt von Stoffi um 10:06 1 Kommentare
Labels: Feedback, Scar Tissue, Schreiben
Sonntag, 15. Februar 2009
Aus dem Auge, aus dem Sinn
Oder? Wenn eine Kommunikationsplattform wegbricht, heißt das nicht zwangsläufig, dass man sich aus den Augen verliert oder den Kontakt abbricht. Es ist eine Sache der Gegenseitigkeit. Ich merke gerade, wem etwas an mir liegt und wem nicht und die letzten Tage waren gefüllt mit E-Mails, Postkarten, stundenlangen Telefonaten oder Kurznachrichten. Es ist ein Trugschluss, dass man, nur weil man sich nicht mehr als Mitglied einer Community sieht, den Kontakt völlig abbricht. Zumindest für mich.
Man muss allem etwas Positives abgewinnen und das Gute, das ich gerade am derzeitigen Konflikt innerhalb einer Gruppe sehe, ist, dass ich mich guten Gewissens abschotten kann. Denn ich verpasse nichts Wichtiges und überlasse denen die rosa Blase, die sich in ihr wohlfühlen. Jeder muss selbst für sich wissen, unter welchen Bedingungen er sich wohlfühlt oder nicht. Und ich fühle mich im Moment unheimlich befreit, merke, dass ich bedeutend mehr Zeit ins Schreiben investieren kann und mich nicht mehr ablenken lasse.
Aus dem Auge, aus dem Sinn; das trifft nicht unbedingt auf den Joker zu. Der sorgt jetzt, nach weit über 500 Seiten und knappen 350,000 Wörtern immer noch für mächtig Chaos. Es scheint, als würde er alles zu einem Ende bringen wollen, was er angefangen hat und als würde er dabei vor nichts und niemandem Halt machen. So langsam mache ich mir Gedanken zum Showdown, auch wenn der noch ein Stück weg ist. Das Ende wird...nun ja...nicht jedem Gefallen, aber ich empfinde es als das einzig richtige. Wenn es sich genauso gut schreiben lässt wie die Szenen der vergangenen 2,3 Kapitel, denen ich entgegengefiebert hab, dann kommt glaub ich schon was Gutes bei herum. Der Reaktion meiner einzig verbliebenen Vorableserin nach zu urteilen, geht's ja schon recht ans Eingemachte.
Bisher sind Prolog und die ersten beiden Kapitel online und ich bin wirklich immens geplättet von der Resonanz, die die Geschichte bisher noch erhält. Ich freue mich wie verrückt und jeder einzelne Kommentar lässt mein Herz höher schlagen, aber gleichsam bin ich noch vorsichtig. Die Story steht an ihrem Anfang und ihr Weg wird lang und beschwerlich; vielleicht nicht nur für die Charaktere, sondern auch für die Leser.
Derzeit hat mich einmal mehr ein Plotbunny gebissen, der zwei wichtige Punkte der Geschichte clever miteinander verknüpft. Damit schlage ich sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe. Mit Scar Tissue bewege ich mich derzeit jenseits der 30-Kapitel Grenze und weiß immer noch nicht abzuschätzen, wie lang die Story insgesamt wird. Was ich gestern allerdings wieder festgestellt habe, war, dass es mich ordentlich treffen wird, wenn ich irgendwann ENDE tippe. Denn dann wird Scar Tissue für mich zwar auch aus den Augen geraten, aber noch lange nicht aus dem Sinn.
In diesem Sinne, kommt gut durch den Sonntag.
Eingestellt von Stoffi um 15:46 2 Kommentare
Labels: Feedback, Gedanken, Scar Tissue
Donnerstag, 5. Februar 2009
"Two roads diverged in a wood...
...and I, I took the one less traveled by. And that has made all the difference."
Diese wenigen Zeilen aus Robert Frosts Gedicht "The Road not Taken" sind zeitlos, wie ich finde. Immer wieder findet man sich in Situationen wieder, in denen man sich zwischen zwei Seiten, zwei Richtungen entscheiden muss. Nimmt man die sichere, die dichter befahrene Strecke, weil der Weg einfacher sein wird, oder schlägt man sich durch die Wildnis mit all ihren Gefahren und wächst an dieser Erfahrung? Ich wünschte, Frost hätte noch einen dritten Weg in Aussicht gestellt; einen mittleren. Denn sich für einen Weg zu entscheiden, heißt, dem anderen zu entsagen. Es ist leicht, Partei zu ergreifen, doch um einiges schwieriger, an der Weggabelung zu stehen und nicht zu wissen, welcher Route man folgen soll. Feststeht, dass man nicht zurückbleiben kann, sondern weitergehen muss, selbst wenn gesagt wird, man müsse diese Entscheidung nicht fällen. Umkehren kann man genauso wenig. Man mag hoffen, dass sich die zwei getrennten Pfade irgendwann wieder berühren und kreuzen mögen, aber manchmal verlaufen sie in so unterschiedliche Richtungen, dass es unmöglich erscheint, sie wieder zusammenzuführen. Ich stehe gerade an dieser Kreuzung und bin dabei, mir mit Harke und Schaufel und eventuell auch einer Kettensäge (diverse Bäume stehen in einem Wald schließlich immer im Weg) diesen dritten Weg zu schaffen. Nicht aus Unentschlossenheit oder Bequemlichkeit, sondern aus Hoffnung, beide Wege, die den meinen flankieren, und jene, die darauf reisen, nicht aus den Augen zu verlieren.
So viel zu kleinem philosophischem Gedankenmüll, den ich hier loswerden wollte und vielleicht auch musste.
Ich schreibe gerade an meinem derzeitigen Lieblingskapitel. So lang hab ich auf diese Szenen zugearbeitet und sie fließen regelrecht aufs Papier. Und sosehr ich es auch genieße und sosehr mir das Schreiben dabei hilft, unschöne Dinge aus meinem Alltag auszublenden, sobald der PC abgeschaltet ist und ich in meinem Bett liege, holt Realität Fiktion ein und überflügelt sie. Ich kann nicht behaupten, dass ich meine Realität mit meiner Fiktion tauschen wollen würde - denn dann hätte ich arge Probleme am Hals - aber ich wünschte, Schreiben wäre nicht nur Verdrängung, sondern manchmal auch Vernichtung von Problemen. Solange ich aber nicht Bücher zum Leben erwecken kann wie im Tintenherz oder sie mit meiner Realität interferieren wie in der Unendlichen Geschichte, muss ich mich wohl oder übel mit meinen Phantomen herumschlagen. Den echten wie den fiktionalen.
In diesem Sinne, kommt gut durch den Abend!
Stoffi
Eingestellt von Stoffi um 18:19 1 Kommentare
Labels: Gedanken
Montag, 2. Februar 2009
Das Böse hat einen Namen!
Es heißt: Liebesszenen! (wobei ich jetzt nicht weiß, wie sein Vorname lautet)
Man verstehe mich nicht falsch, Scar Tissue ist alles andere als romantisch und nein, es wird da auch keine Liebesszene geben, aber ich habe mich heute mal an ein explizites NC-17 gesetzt, weil eine geschätzte Kollegin damit in ihrer Story so ihre Probleme hatte. Und nicht nur sie! Es ist ewig lang her, dass ich zuletzt eine detailliertere Sexszene geschrieben habe und ich weiß seit heute auch warum: ich kann sowas einfach nicht mehr. Weder lesen noch schreiben. Man halte mich an dieser Stelle nicht für prüde oder verklemmt, aber ich finde, dass Sex viel zu oft als Aufhänger genommen wird, um eine Geschichte a) interessanter zu gestalten, b) diese mit dem reizvollen Rating P-18 zu versehen oder c) überhaupt mit irgendeinem Inhalt zu füllen. Ich verallgemeinere nicht, es gibt genügend Ausnahmen, aber bei so manchen Sachen, die da meinen Leserweg gekreuzt haben, wäre die Bezeichnung FanfiCKtion auch angebracht gewesen.
Ich will mich nicht lang und breit darüber auslassen, jeder muss selbst wissen, was er gern liest oder schreibt, aber es ist schon toll, wenn zum Sex auch irgendeine Handlung hinzukommt. Sonst könnt man ja auch Pornos schauen, anstatt sich hinzusetzen, um zu lesen. Ich selbst habe wie gesagt schon seit Längerem die Finger von minutiös beschriebenen Erotikkapiteln gelassen, unter anderem auch, weil es zur ganz schönen Phrasendrescherei verkommen ist und anspruchsvoll ist, sich noch von den massenhaft kursierenden Klischeeschinken abzuheben (und mal ehrlich, auf Bezeichnungen wie "Prügel" oder "Lustgrotte" muss man dabei nun wirklich nicht zurückgreifen). Sex, meinetwegen, aber nicht nach Anleitung beschrieben.
Ich habe mich schwer getan, aber ich hab mein Bestes versucht und warte nun auf Rückmeldung. Mag sein, dass es auch daran liegt, dass ich mit dem Genre Romantik derzeit herzlich wenig anfangen kann, aber so schnell kommt mir glaub ich keine Liebesszene mehr zwischen die Finger.
Man soll zwar niemals nie sagen, aber im Moment herrscht da bei mir eine wirkliche Flaute in der Hinsicht. Kommt gut in die neue Woche!
Eingestellt von Stoffi um 17:58 3 Kommentare
Sonntag, 1. Februar 2009
The Good, the Bad and the Ugly
Die Arbeit an Scar Tissue setzt sich unbeirrt fort. Wie besessen habe ich die letzte Nacht fast durchgearbeitet, aber auch gestern galt es, den Endspurt eines Kapitels einzuleiten. Nach dem 26ten Kapitel kann ich nur sagen, dass ich es liebe, Joker-Szenen zu schreiben. Ich gestehe, gerade zu Beginn von Scar Tissue hab ich mir Sorgen gemacht, ob ich ihn treffe und das weiß ich jetzt auch noch nicht. Jetzt kann ich aber sagen, dass ich teuflische Freude habe, wenn der Herr im lila Anzug wieder einmal einen Auftritt hat. Obwohl ich sagen muss, dass es eigentlich keinen Charakter gibt, den ich nicht mag oder der es mir erschwert, über ihn zu schreiben. Selbst Erin, die eine kleine Herausforderung ist, bremst mich nicht wirklich aus. Ob ich die Filmcharaktere treffe, können glaub ich nur die Leser beurteilen. Im nächsten Kapitel wird es soweit sein und der Joker wird sich mit eleganten Schritten in diese Geschichte schleichen.
Bis dahin warte ich noch, ob vielleicht die ein oder andere Meinung zum ersten Kapitel noch eintrudeln wird. Ich bin nicht reviewgeil (sonst würd ich nicht in diesem Genre schreiben), ich hab nur zwei große Schwächen: Ungeduld und ein nicht vorhandenes Selbstbewusstsein. Ich freue mich über das Feedback, das ich seither bekommen habe und komme bestimmt nicht auf den Gedanken, mich zu beschweren (das wäre auch ziemlich undankbar, bekloppt und überhaupt! Nein, ich freu mich wirklich wie eine Schneekönigin, gerade, wenn ich meine Unsicherheit bzgl. der Veröffentlichung bedenke), aber es beunruhigt mich schon ein wenig, dass fast nur neue Gesichter hinzugekommen sind. Dann stellt sich natürlich die Frage ein, ob etwas am ersten Kapitel nicht passt. Und wenn, dann will ich es natürlich wissen. Andererseits sind Leser keine Maschinen, auch sie haben wie ich ein anderes Leben, ihr Tag hat auch nur 24 Stunden und sie haben nicht immer Lust, zu lesen. Außerdem ist das Kapitel erst seit Donnerstag online. Ich mag diesen automatischen Reflex nicht, der mich permanent mich selbst hinterfragen lässt, aber er lässt sich nicht unterdrücken. Dass Leser auf der Strecke bleiben oder mit der Story vielleicht doch nichts anfangen können, ist fast zu erwarten, aber ich hoffe, sie lassen sich damit noch ein bisschen Zeit.
Derweil ist mein Alfred ein echter Klugscheißer. Ich weiß gar nicht, wie der immer auf diese Sprüche kommt, aber sie bringen den guten Bruce schon manchmal zum Grübeln und geben ihm nützliche Hinweise, wie er vielleicht doch noch gegen den Joker bestehen kann. Ob ich ihm diesen Triumph gönne, ist die andere Frage.
Das Ende von Scar Tissue rückt immer weiter von mir weg, wie ein zappelnder Fisch entgleitet die Planung meinen Händen und wie schon eine vertrauenswürdige Zweitleserin meine Äußerung zur immer komplexer werdenden Story kommentierte: „Siehst du, selbst du hast den Joker nicht unter Kontrolle.“ Und sie hat Recht. In diesem Sinne wünsche ich allen über den Blog Stolpernden einen geruhsamen Sonntag!
Stoffi
Eingestellt von Stoffi um 11:31 4 Kommentare
Labels: Charaktere, Feedback, Scar Tissue
