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Ich frag mich ja immer, was manche Leute auf ihren Favoritenlisten stehen haben, wenn sie sie bei ff.de "nicht öffentlich" einstellen. Mir erschließt sich auf den ersten Blick nicht wirklich der Sinn, weshalb man so etwas machen sollte. Klar kann ich da nur von mir ausgehen und sagen, dass ich meine Favoriten nicht verstecken muss, denn sie sind sehr sorgfältig ausgeguckt und nicht nur temporäre Lieblinge. Warum also die Favoriteneinträge verstecken?
Was ich ganz oft lese, ist die Argumentation, dass viele Geschichten in ihren Listen stehen haben, die sie noch gar nicht gelesen haben, aber für interessant befanden. Um sie also später lesen zu können, wurden sie auf die Liste gesetzt. Um nicht des Schwarzlesens bezichtigt zu werden (etwas, von dem sich niemand freisprechen kann), wurden Listen danach auf privat gesetzt. Da wäre es doch fast wünschenswert, wenn es doch noch eine "Will ich noch lesen" Liste gäbe, auf der diese unentschlossenen Geister ihren potentiellen Lesestoff packen könnten.
Zweiter...nun...ich nenne es einfach mal "Vorwand": Leute wurden von auf Listen vermerkten Autoren angeschrieben, doch gefälligst Feedback dazulassen. Etwas, das man geschickt umgeht, wenn man auf keiner Statistikliste auftaucht. Aber andererseits sag ich mir: ist doch nicht mein Problem, wenn der Autor mit dem Hut durch die Reihen geht und Reviewspenden erbittet. Man kann mir zehnmal derartige Mails schicken, deswegen muss man sich doch nicht zum Reviewen genötigt fühlen. Ignorieren tut's auch, deswegen muss ich meine Lesevorlieben nicht verstecken.
Dritte Theorie: die auf der Liste vermerkten Geschichten sind dem Nutzer selbst peinlich, wahrscheinlich voller Sues, PWP und was weiß ich nicht mehr, sodass er sie nicht der Öffentlichkeit preisgeben will und lieber unter Verschluss hält. Ganz á la "Nee, sowas les ich doch nicht".
Dann gibt's noch die bekannte These, dass Autoren jammern, wenn sie von Listen gekickt werden. Wahrscheinlich vermeidet man mit nicht öffentlich zugänglichen Listen, dass man anderen auf den offensichtlich zu langen Schlips tritt, will nicht unhöflich erscheinen, den Autor nicht beleidigen oder kränken oder aber nur sicher vor seiner erschütternden Rache sein.
Sicherlich gibt es noch andere Gründe, aus den favorisierten Geschichten ein Geheimnis zu machen, ich mache es auch keinem zum Vorwurf, dies unter Verschluss zu halten. Ich finds nur rein anteilsmäßig interessant, wie häufig von dieser Option Gebrauch gemacht wird. Für mich würde sich sowas allein deshalb schon nicht lohnen, weil ich viel zu selten zum FF-Lesen komme und daher ohnehin länger suchen muss, bis ich was Patentes finde, das ich dann auch noch auf die Listen setze. Aber ich sags mal so - wenn ich was auf die Liste setz, dann nicht aus nem Impuls oder momentanen Begeisterung raus. Ein Text muss mehr als nur gut lesbar und unterhaltsam sein, wenn er auf meine Liste will, mich bei der Stange halten, auch wenn ich ein recht liederlicher Leser bin (*entschuldigend zu Stormy schiel*). Wenn ich etwas interessant finde, aber noch sehen will, ob es wirklich empfehlenswert ist, gibts die schönen RSS-Feeds, bzw. Lesezeichen in meinem Browser, kein Grund also, Bäumchen-Wechsle-Dich mit meinen Favoritenlisten zu spielen. Aber gut, ich bin nur Gelegenheitsleser, jemand, der täglich ein Dutzend Geschichten liest oder sucht, wird das bestimmt anders sehen. Jedem, wie ihm beliebt.
Ich gönne mir den Rest des Abends mit Finn und Robyn auf dem Balkon. Ich zumindest werde meinen Spaß haben und dabei lecker Gemüse-Lasagne verdrücken. Lasst den Dienstag kreativ ausklingen!
Stoffi
Ich habe nach wie vor einen Heidenrespekt vor freien Werken, muss ich sagen, denn dort ist man mit massenhaft abgehandelten Schemata á la "Kam, sah, liebte" denke ich längst nicht so erfolgreich wie in der Sparte der Fanfiction, deren Rezipienten zumeist genau das suchen. Da ist Originalität gefragt und das ist alles andere als einfach aus dem Hut zu zaubern. Insbesondere wenn man besonders beliebte und stark frequentierte Genre wie Fantasy oder Romanzen betrachtet. Wie schreibt man etwas, das so noch nie da gewesen ist? Kann man so etwas überhaupt schreiben oder ist es schier unmöglich für Otto Normalverbraucher, der nicht als literarisches Genie zur Welt gekommen ist?
Fakt ist, dass so ziemlich jeder den Anspruch hat, sich von der Masse abzuheben. Stilistisch wie auch inhaltlich. Aber das ist bekanntlich leichter gesagt als getan. Völlig neue Impulse sind rar, weil sie voraussetzen, dass der Autor gegen bereits vorhandene Denkstrukturen und existente Gangarten agiert. Man kann aber nicht einfach so raus aus seiner kulturellen Haut, kann nicht einfach mit dem Finger schnippen und einen revolutionären Plot entwickeln. Ich fürchte, fast alles hat es auf bestimmte Art und Weise schon einmal gegeben; Texte unterscheiden sich lediglich in der Form ihrer Präsentation. Zumindest auf dem Gebiet der Fanfiction und bestimmten Bereichen der Freien Werke (die wenigsten Fantasy-Autoren erfinden das Rad neu, sondern greifen eher auf bereits bestehende Konstrukte von Fabelwesen zurück; wie z.B. Elfen, Drachen, Vampire, usw.) erfreuen sich bestimmte Thematiken einfach großer Beliebtheit.
Was ich mich aber seit gestern Abend frage, ist, ob es funktioniert, ein ehemaliges Fanfiction-Konzept auf freie Werke umzusiedeln, ohne dass es zu sehr nach Fanfiction klingt. Fanfiction ist für mich nichts niedrigeres oder schlechteres als Freie Werke, ich beziehe mich lediglich auf massentaugliche Aspekte, die oft mit einer Fanfiction einhergehen (Junge und Mädel kommen zusammen nach einigen langen Umwegen und jeder Menge Sex).
Die Sache ist folgende; ich habe schon seit 3 Jahren eine Idee am Start, die ich als Fanfiction begonnen habe. Mir fehlt im Moment allerdings jeglicher Hang zu einer Real Person Fanfiction, die Idee ist allerdings nach wie vor in meinem Kopf existent und ziemlich hartnäckig. Ich denke also darüber nach, die Idee auf die Freien Werke zu ziehen. Nicht in dem einfallslosen Sinne, dass ich lediglich Namen austausche und das wars, sondern halt noch mal von vorn beginne, in einem freien Setting, neuen Charakteren, etc. Allein schon aus stilistischen Gründen; drei Jahre sind ne lange Zeit in Sachen Schreiberei und ich glaube, die qualitative Lücke zwischen Ursprungstext und neuer Aufarbeitung wäre zu groß. Ich bin allerdings noch unschlüssig, ob ich es wirklich probieren sollte oder ob die Idee nicht einfach zu fanfiction-artig ist. Es ist zwar kein Kam-Sah-Liebte Konzept, aber besitzt nun auch wieder nicht die Komplexität eines noch nie da gewesenen Novums.
Vielleicht sollte ich auch noch nicht über eine Adaption alter Ideen nachdenken, solange ich meinen ersten Versuch in Sachen Freie Werke noch nicht online gepackt hab. Letztlich wird sich wohl herausstellen, dass die Sparte nicht für mich gedacht ist und ich doch eher bei Fanfictions bleiben sollte, wer weiß. Die Lust zum Schreiben ist aber nach wie vor da und ich denke, es wäre ein Projekt, was vorstellbar wäre. Lediglich ein paar Details gilt es noch zu sondieren.
At First Flight wächst. Gestern ist entgegen meiner Erwartungen Kapitel 8 fertig geworden mitsamt einem spontanen Twist, der viel Spaß in den nächsten Kapiteln verspricht. In Kapitel 9 gehts erstmalig zur Sache. Nicht im expliziten sexuellen Sinne, aber es kommt doch endlich mal zu einer konkreteren Annäherung. Zumindest ist das so geplant. Was mir den meisten Spaß in der Story bereitet, ist die Darstellung dieser kleinen magischen Momente, wie sie manchmal zwischen Menschen entstehen und die mit Worten eigentlich nicht zu beschreiben sind. Ich glaub, der Leser muss vieles einfach fühlen können und Gefühle mit Worten zu transportieren ist nicht immer einfach. Insbesondere, wenn man verkitschtes Vokabular vermeiden möchte.
Ah, dann noch etwas fanfictionbezogenes: Ich hole das nächste Scar Tissue Kapitel Update im Laufe der Woche nach. Gestern hats nicht planmäßig funktioniert, weil mein Internet zwischenzeitlich ausgefallen ist, heute bin ich unterwegs, aber ich denke, ich kann es nächste Woche nachholen und von dort an sollte es wieder im üblichen 10-Tage-Rhythmus funktionieren. Nur als Info für die, die es vielleicht noch interessiert ;)
Ich widme mich jetzt dem Anfang von Kapitel 9, ehe ich mich in die Stadt verkrümle. Macht euch einen schönen Sonntag und geht brav wählen!
Stoffi
Wie heißt das schöne Sprichwort? "Don't annoy the authoress, she might put you in her book and kill you." Wobei töten doch manchmal wirklich eine viel zu nette Art der persönlichen Abrechnung ist, oder?
Ich muss sagen, ich hab bisher noch niemanden aus meinem Umfeld in meinen Geschichten übel verwurstet oder mit heruntergelassenen Hosen dastehen lassen. Aber wäre es nicht einmal reizvoll, dem ein oder anderen Störfaktor eins mit der fiktiven Keule drüberzuziehen? Hm, ich denke schon, auch wenn ich es noch nie selbst ausprobiert habe.
Was ich mich frage, ist wie andere (FF-)Autoren das handhaben. In einem früheren Beitrag hab ich über Self-Insert nachgedacht und mich gefragt, ob man das überhaupt so richtig vermeiden kann. Hier ist die Frage, ob es bewusste Aufarbeitungen von zwischenmenschlichen Beziehungen gibt und wenn ja, in welchem Rahmen man private Erlebnisse wirklich ausweiden sollte. Klar, wir haben hier Meinungs- und Pressefreiheit; tagtäglich wird in Medien schmutzige Wäsche gewaschen und abgerechnet, was das Zeug hält. Erlaubt ist so gut wie alles. Wie aber sieht das in der Fiktion aus? Ist es nur eine feige Methode, sich mit ungeliebten Mitmenschen auseinander zu setzen? Verstößt man gar gegen Persönlichkeitsrechte?
Dass das Leben die einzig wahre Quelle der Inspiration ist, da es gern mal ärger über die Stränge schlägt als die skurrilste Fiktion, dürfte keine neue Erkenntnis sein; aber inwiefern darf man reale Personen ins Lächerliche ziehen oder gar beleidigen? Das wiederum könnte man getrost auf die Real Person Seite ziehen - darf man über einen Menschen schreiben, den man (wie es eigentlich immer der Fall ist) gar nicht kennt? Fanfictions haben das schöne Hintertürchen, dass sie mit Disclaimern um sich werfen können und damit aus dem Schneider sind, wenn sie sagen "kenn ich nicht und xyz will ich damit nicht beleidigen" oder "Ähnlichkeiten zu realen Personen sind absolut zufällig", obwohl das vielleicht nicht immer der Fall ist. Ich selbst hab Real Person geschrieben und es auch gern geschrieben, und der Umstand, dass man die berühmte Persönlichkeit nicht selbst kennt, lässt sie wiederum zu einem gewissen Grad zum eigenen Charakter werden, den man - basierend auf gefestigten Fakten - formen kann. Kaum einer wird sich anmaßen, den ein oder anderen Star wirklich zu kennen oder alles über ihn zu wissen, ergo ist es im schlimmsten Fall eine Karikatur der öffentlichen Wahrnehmung jener Personen, nicht aber eine auf Fakten beruhende Satire.
Fiktion ist voller Möglichkeiten und vieles lässt sich so oft durch die Mangel drehen, dass alles letzten Endes Auslegungssache ist. Ich glaube nicht, dass jemand so mutig ist und schreibt: "Charakter A stellt in Wirklichkeit reale Figur B dar, der mir in der Schule immer aufs Pausenbrot gespuckt hat und mit dem ich hiermit abrechne", denn dann würde er sich womöglich gehörigen Ärger einhandeln. Fiktion mag kritisch, hinterfragend und kommentierend sein; aber sie tut all dies hinter einem Schleier aus Metaphern, Personifizierungen, Allegorien, usw. Kurz: Der Autor hat fast immer die Option, sich rauszureden. Ist das nicht herrlich? Und ist das nicht bequem? Menschen in meiner Umwelt sind hervorragende Versuchskaninchen für Verhaltensforschung. Man pickt diese Macke auf, dann jene, und puzzelt sich aus dem Fundus realer Bekanntschaften einen eigenen Charakter zusammen. Fast immer passiert das unbewusst. Eigentlich ist es doch faszinierend. Wenn ich mir nen Roman nehme, in dem ein Typ völlig veralbert wird, weiß ich nicht, auf wem diese Darstellung beruht und ob sie demnach zutreffend ist. Aber der Autor weiß es und manchmal eben auch der Gelackmeierte, über den die Leserwelt lacht. Natürlich gibts in der Literaturgeschichte zahlreiche Karikaturen auf große Persönlichkeiten, aber das mag Teil von Gesellschaftskritik sein. Was mancherorts aber aufgearbeitete private Fehden sind, steht in den Sternen. Aber ich bin sicher, sie existieren.
Ist dann wohl Teil der "Verarbeitung", wie es beim Schreiben immer so schön heißt. Der Autor setzt sich mit seinen Wünschen, Hoffnungen, Ängsten auseinander, warum also auch nicht mit Menschen, die ihn (auf positive oder negative Weise) geprägt haben? Nun...ich wäre damit vorsichtig. Denn der Spieß ist oftmals schneller umgedreht, als einem lieb sein kann und die eigenen hässlichen Seiten will kaum einer unter die Nase gerieben bekommen. Da tritt das Prinzip von Austeilen/Einstecken an die Tagesordnung. Denn nur weil B so frech war, auf dein Pausenbrot zu spucken, heißt das nicht zwangsläufig, dass er Analphabet ist und nicht auch die literarische Keule zu schwingen versteht. Dann ist man wohl doch am besten dran, wenn man das olle Ding vergräbt und genug Kreativität beweist, einen eigenen, nicht angelehnten Widerling zu erschaffen. Oder wenn man sich in ausgefeilterer Subtilität übt. ;)
Entschuldigt meinen wirren Gedankenstrom, der wahrscheinlich ohne jedwede Struktur ist. Aber es war ein langer Tag und ich habe meine Finger gewähren lassen, als sie sich bereitwillig zeigten, hier ein paar Worte beizusteuern.
Ich wünsche eine angenehme Nacht!
Stoffi
...oder so ähnlich nennt man das doch, wenn man Häppchen von dem preisgibt, das bald kommt. Nun, zu behaupten, dass mein Schmonzettchen in den nächsten Tagen/Wochen online kommt, wäre mit Sicherheit zu hoch gegriffen. Das Schreiben geht zwar nach wie vor gut von der Hand, aber der Vorsprung ist mir persönlich einfach noch nicht groß genug, daher...bleibt ihr vorerst vor einem weiteren Schinken meinerseits verschont. Dennoch hat's mich gestern gerappelt und ich hab an nem Coverchen gebastelt. Ursprünglich hab ich ja Kathy bequatschen können, ein Cover zu basteln, aber gestern hatte ich irgendwie selbst seit langem wieder Lust auf n bissl Gimpeln (nicht dass ich's besonders gut könnte...*hust*). Man siehe hier:

Hat sich Robyn im letzten Kapitel im Selbstmitleid gesuhlt, bin ich nun diejenige, die ein bisschen Mitleid mit ihr hat. Penny fällt ihr in den Rücken und konspiriert mit Finn. Nicht nett! Aber ich hab meinen Spaß mit dem Trio. Und ich glaube, so langsam kann ich wohl wirklich beginnen, die beiden auf Tuchfühlung zu schicken. Für Kapitel 9 schwebt mir jedenfalls schon eine Szene vor, die fast romantisch anmuten könnte (jaja, ich weiß, ich schreib ne Romanze...na ja...ich arbeite dran). Trotzdem wartet da noch sehr viel. Ich freu mich allerdings schon auf Thanksgiving. Muha. Das wird lustig.
Ich hoffe, ihr seid schön fleißig und habt eine schöne Woche!
Stoffi
Ja, so könnte man Kapitel 7 wirklich betiteln. Aber ich will mich nicht beschweren, es ist gestern fertig geworden und hat sogar einen richtig schönen Schlusssatz bekommen. Dennoch ist es ein...na ja...nicht unwichtiges, aber relativ ereignisloses Kapitel. Viel Einblick in Robyns Gefühlschaos und ja, ich hab sie ein bisschen jammern lassen. Ist ja auch nur menschlich. Trotzdem hat das Kapitel seine Längen und ich finde irgendwie keinen Weg, da was rauszukürzen. Leser, sofern ich denn welche haben werde, müssen also damit leben, dass sie von dem Kapitel eventuell genervt sein werden. Dafür verspricht Nummer 8 wesentlich spaßiger zu werden. Ich freue mich auf hitzige Wortgefechte und physische Schmerzen. Muha. Ich lerne Penny, Robyns gute Seele (und nicht selten ein böses Teufelchen, das auf ihrer Schulter platziert zu sein scheint) immer mehr lieben. Ich mag exzentrische Charaktere, und Penny bringt gleich einen ganzen Haufen Ticks mit, für die man sie gern verwünschen möchte. Ich wäre ja unglaublich gespannt, was andere zu meinem Finn sagen würden. Ich bin immer noch unentschlossen, ob ich ihn hassen oder lieben soll. Ach, und dabei sind wir noch lange nicht zum Kern dieses Charakters vorgedrungen.
Es liegt ne lange Strecke vor mir, fürchte ich. Aber ich will nichts zusammenkürzen und zusammenraufen. Klar, es machts letztlich lesefreundlicher und steigert die Dynamik, aber es nimmt gleichzeitig meinen Charakteren die Tiefe. Da lass ich nicht mit mir diskutieren. Zu richtiger Romantik sind wir immer noch nicht vorgedrungen. Meine beiden Schätzchen machen es sich aber auch nicht leicht. Missverständnisse hier, böse Ausrutscher da...ja, die stellen sich an wie ein Tausendfüßer beim Stepptanz - es ist ein permanentes Beinstellen und Hinfallen. Alles andere wäre aber auch irgendwie öde, oder?
Unerwartetes Feedback ist in den letzten Tagen bei mir eingetrudelt, das ich erst jetzt gelesen habe und worüber ich mich sehr freue. Gleichzeitig kam aber auch eine Mail, bei der ich ehrlich gesagt überlegt hab, ob ich überhaupt antworten soll. Wieder mal eine Anfrage á la "Reviewst du bei mir?" Ausgerechnet wieder jemand, der mir selbst schon mal Feedback geschrieben hat. Wie reagiert man darauf, ohne unhöflich zu erscheinen? Ich meins ja wirklich nicht böse, aber ich schreib keine Reviews, um welche im Gegensatz von der entsprechenden Person zu bekommen. Und noch weniger lass ich mir Lesestoff aufdiktieren. Es ist was anderes, wenn ich mal probelesen soll, aber ein Aufruf ganz nach dem Motto "Ich hab bei dir reviewt, jetzt bist du dran" find ich unpassend. Ich zwinge niemanden dazu, meine Geschichten zu lesen, geschweige denn zu reviewen. Ich freue mich, wenn beides getan wird, aber ich sehe mich nicht dazu verpflichtet, beim anderen reinzuschauen. Wenn ich es mache, dann, weil mich etwas auch anspricht. Find ich schade, dass sowas immer noch kursiert.
Wie dem auch sei, ich hab noch ein paar Stunden Zeit, die ich fürs Schreiben investiere. Macht euch einen schönen Abend und kommt gut ins Wochenende!
Stoffi
...don't know when I'll be back again. Na ja doch, ich weiß schon, wann ich wiederkomme. Aber ab und an kann eine musikalische Note nicht schaden. Morgen gehts ab nach England, und da ich noch nicht weiß, ab wann ich Netz habe, wollte ich nur an dieser Stelle den Hinweis geben, dass in den nächsten Tagen von meiner Seite her wenig kommen wird. Auch die Updates habe ich in diesem Durchgang erstmal auf Eis gelegt, es geht dann im gewohnten Rhythmus nächste Woche mit dem Handwerk und am 26.9. mit Scar Tissue weiter. Im Moment hab ich weder die Zeit und wahrscheinlich auch gar nicht die Möglichkeit für ein Update. Ich bitte daher um Geduld und Verständnis.
Die Schreiberei geht fleißig voran, mein Schmonzettchen entwickelt sich allmählich, ist gerade ein wenig neckisch, wird aber schon in ein paar Kapiteln ernstere Töne anschlagen. Ich mags, wenns ein bisschen ausgeglichen ist. Im Moment hab ich eine unglaubliche Freude am Schreiben selbst. Das Veröffentlichen ist mir da fast schon ein bisschen lästig, da nutze ich die Zeit deutlich lieber kreativ, und wenns nur im stillen Kämmerchen für mich allein ist. Hat wesentlich mehr Priorität, was zu leisten, anstatt nur zu schwafeln und nix bei rumkommen zu lassen. Klotzen statt kleckern, sozusagen. Leider nicht jedermanns Motto. Interessant zu beobachten, welche Strategien aufgezogen werden, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ich beschränke mich darauf, etwas zu sagen, wenn ich auch was zu sagen hab. Bin immer noch der Meinung, dass die Arbeit, die bei rumkommt, überzeugen muss und keine Bauchpinselei. Aber so gehts bei Büchern schließlich auch nicht. Da ist Werbung und Präsenz eben auch alles, also warum nicht, wenns funktioniert. Mich gewinnt man damit nicht als Leser.
Ich setz mich nun noch ein bisschen auf die Couch und beschere Robyn eine kleine Sinnkrise. Wenn die Ärmste wüsste, was ich noch in der Hinterhand hab, würde sie wie ich ihre Koffer packen und wegdüsen...weit, weit weg. Hätten Flughäfen nicht so eine schicksalsträchtige Bedeutung für sie ;)
Passt auf euch auf und seid schön fleißig!
Stoffi
Hab neulich mal eine Abhandlung gelesen, in der es um die Interaktion zwischen Leser und FF-Autor ging und bin da an einem Argumentationspunkt hängen geblieben, der mich ein wenig hat grübeln lassen. Jener Punkt besagte in etwa, dass der Leser Wünsche äußern und der Autor darauf eingehen soll. Automatisch hab ich hinterfragt, ob ich das selbst so handhabe.
Vielleicht ist es auch nur eine unglückliche Formulierung gewesen, aber für mich besteht ein klarer Unterschied zwischen Anregungen und Wünschen. Anregungen haben für mich was mit konstruktiver Kritik zu tun. Natürlich entspringen die auch rein subjektiven Leseeindrücken, aber weisen auf Unklarheiten im Text oder Logikfehler, etc. hin. Auf Anregungen gehe ich ein, lasse sie mir durch den Kopf gehen und ziehe Änderungen in Betracht. Ich springe aber nicht sofort, wenn jenem dies und anderen jenes nicht gefällt. Für mich ist das deswegen keine Kritikunfähigkeit, solange ich mich mit dem Feedback auseinander setze. Kritische Anmerkungen haben ihre Berechtigung, aber nicht jede Anmerkung hat zwingend ihre Richtigkeit und entspringt, wie gesagt, reiner Subjektivität.
Meinen Lesern Wünsche zu erfüllen, ist aber etwas, das ich nicht als meine Verpflichtung als Hobbyautor ansehe. Ich bin nicht der Nikolaus und auch nicht der Osterhase und ich schreibe auch keine interaktiven Fanfictions oder Geschichten, in denen der Leser den Fortgang der Handlung herbeiwünscht oder selbst angibt. Bin doch keine Marionette. Anders ist das bei so genannten Wichtelgeschichten, wenn man sich gegenseitig mit einer kleinen Geschichte beschenkt, aber sowas hab ich noch nie geschrieben.
Noch kurioser finde ich diesen "Wunsch-Punkt" allerdings in Anbetracht einer fortgeschrittenen Geschichte. Wenn jetzt einer z.B. zu Scar Tissue ankommen würd und sagte: "Ich wünsche mir, dass dieser Drecksack von Talburne abnippelt", würd ich doch nicht nach Lesewunsch meinen kleinen Fiesling abschießen, wenn es so im Plot nicht vorgesehen war. Ich weiß nicht, ob nachvollziehbar ist, was ich meine, aber die Geschichten, die ich online stelle, sind oft so weit fortgeschritten, dass grundlegende inhaltliche Änderungen gar keinen Platz mehr finden oder unmöglich werden. Ich hab bisher 2 alternative Kapitel auf Anregung von Stormy geschrieben, aber online steht (zum Glück) keins von beiden, einfach, weil's reine Ausnahmen waren. Keine Ahnung, worin mein Widerstreben begründet liegt, es den Lesern dahingehend recht machen zu wollen. Ich hab schon trotz zahlreicher Bitten für einen dritten Teil nach "Sonne über Ithilien" das Fandom gewechselt (und ja, ihr dürft dankbar sein, dass ich euch von einem weiteren Kitschbrocken verschont hab).
Dahingehend bin ich glaub ich einfach zu sehr Egoist. Ich kann nicht schreiben, was andere von mir erwarten. Ich muss es schreiben wollen. Da kann mir jemand mit einer grenzgenialen Idee und zahlreichen Vorschlägen kommen, wenn sich der Schalter nicht umlegt, schreib ich keine müde Zeile. Vielleicht liegts auch daran, dass ich nicht gerne Ideen entlehne. Selbst wenn sie als Anregung oder Inspiration direkt an mich herangetragen werden. Wenns nicht mein eigener Einfall ist, fühlt es sich komisch an, etwas Längeres zu schreiben. Außerdem...weiß nicht...bin ich der Meinung, dass - wenn man denn schon Wünsche und Vorstellungen hat - diese auch getrost selbst aufschreiben kann. Wie heißt es so schön? Schreib die Geschichte, die du unbedingt lesen willst. Und nicht: Schreib die Geschichte, die dein Leser von dir erwartet.
Schreiben ist ein sehr egoistischer kreativer Prozess, in erster Linie ist es Arbeit, die ich für mich selbst leiste; sei es als Verarbeitung von Gedanken, Gefühlen oder Erlebnissen, oder aber, weil mich selbst eine Idee so dermaßen fesselt, dass ich sie niederschreiben muss. Im Prozess ist - zumindest bei mir - der Leser völlig ausgeklammert, so blöd das auch klingt. Da gehört die Geschichte nur mir, ich selbst erfreue mich daran, ärgere mich darüber oder verarbeite meine persönlichen Vorlieben und Wünsche. Wenn es dann irgendwann mit geneigten Lesern geteilt wird, ist es immer noch meins, und es bleibt auch meins, aber ich erhalte im Idealfall zusätzlich Meinungen, Kritiken und Gedanken von außerhalb, die ich mitnehmen und überdenken kann. Aber ich verbiege mich nicht, um es dem Leser genehm zu machen, das muss ich ganz ehrlich sagen. Ich bin kein Ghostwriter.
Es ist ne andere Sache bei Rechtschreibung, Grammatik, Formalem oder Logiksachen; da ist es mir selbst unangenehm, wenn wirklich blöde Fehler online stehen bleiben. Sofern ichs nicht vergesse, setze ich Anmerkungen auch um, aber ich lass mir wirklich ungern in den Inhalt reinreden. Ich schreibe keine perfekten Geschichten, nicht für jeden sind sie nachvollziehbar, bei weitem nicht jedem gefallen sie, mein Stil spricht nicht jeden an und meine eigens erschaffenen Charaktere regen auch niemanden dazu an, einen Fanclub zu entsprechenden Figuren zu gründen. Aber all das sind Teile meiner Geschichten und gleichzeitig Teile von mir. Einen Inhalt umzukrempeln, z.B. einen Charakter vor dem geplanten Ableben zu verschonen oder ein eigentlich trauriges Ende in ein Happy End umzupulen, ist für mich, wie dazu genötigt zu werden, sich einer Schönheitsoperation zu unterziehen. Klar, nachher finden einen alle anderen oft schöner und sind zufrieden, aber das bin dann nicht mehr ich. Ich bin nicht fehlerfrei, demnach sind es meine Geschichten ebenso wenig. Aber sie sind in ihrer Form aufrichtig und authentisch, geben in irgendeiner Form das wieder, was mich zurzeit des Entstehens beschäftigt oder bewegt hat.
Perfektionisten mögen mich nun faul schimpfen, aber ich sag damit nicht, dass ich rein gar nicht überarbeite. Nein, ich streich schon fleißig und gehe über diverse Absätze drüber, die mir zäh von der Hand gingen. Ich möchte nur ungern, dass meine Inhalte auf den Kopf gestellt werden - es sei denn, sie sind völlig abstrus und verdienen es, vernichtet zu werden. Keine Ahnung, wie man sowas wirklich als einen grundlegenden Punkt in der "Beziehung" Leser/Autor ansehen kann. Ich krieg schon zu spüren, dass ich nicht das schreibe, was jeder lesen will, aber ich fühle mich gut dabei, und das ist doch die Hauptsache. Ich lass mich nicht in meiner Kreativität beschneiden oder richte meinen Plot so aus, um möglichst viele Leser bei der Stange zu halten. Weniger ist in dem Sinne wirklich mehr. Nichts gegen Anmerkungen oder Wunschäußerung. Aber ich sehe mich nicht verpflichtet, Wichtel für den Leser zu spielen. Vor allen Dingen dann nicht für solche, die sich erst eine Geschichte wünschen, und von denen man dann nicht mal ein Sterbenswörtchen hört.
Als Beta hab ich auch öfters auf meiner Unterlippe rumgekaut, weil mir Plottwists nicht gefallen haben oder ich inhaltlich andere Vorstellungen gehabt hätte. Ich habe diese auch immer geäußert, aber nicht vorausgesetzt, dass der Autor diese auch unbedingt berücksichtigt. Bei aller Kritik sollte man dem Autor noch die Freiheit lassen, selbst entscheiden zu dürfen, was er/sie schreiben möchte oder nicht, und diese Entscheidung dann auch respektieren, ob man sie nun gutheißt oder nicht.
Soviel von mir. Ich hab endlich ein paar Minuten, um mir Robyn zur Brust zu nehmen. Die Frau jammert mir gerad ein bisschen zu viel, dem muss ich nun den Riegel vorschieben.
Ich wünsche einen schönen Samstagabend!
Stoffi
Ich erinnere mich noch recht deutlich daran, wie meine Deutschlehrerin in der fünften Klasse meinen Mitschülern und mir zum ersten Mal das Konzept des "kreativen Schreibens" nahezubringen versuchte. Zuvor habe ich auch schon meine superspannenden Schildkrötengeschichten und Weltraumabenteuer einer Crew (Ähnlichkeiten zu meinen damaligen Schulkameraden waren natürlich reeeein zufällig ;)) zusammengesponnen, aber das Ding hatte für mich keinen Namen. Ich hab irgendwann einfach angefangen. Jedenfalls endete unser erster Ausflug ins Land der Fantasie damit, dass wir alle ein Märchen schreiben sollten. Dabei kreisen mir immer noch die Faustregeln zum Verfassen eines Prosatexts im Kopf herum: Erzählzeit Präteritum, eine feste Erzählperspektive und nach Inhalt gliedernde Absätze.
Heute frag ich mich manchmal noch, ob man sich wirklich daran halten muss. Immer öfter stolpere ich über Fanfictions, die im Präsens geschrieben sind. Oder die permanente Perspektivwechsel drin haben, oder aber auch zwischen verschiedenen Tempora hin und her springen. Es gibt keine Gesetze, wie ein Text geschrieben sein sollte; was ich mir als Leser allerdings wünsche, ist Konstanz. Kein permanentes Hin und Her, Perspektivensprünge, bei denen ich nicht mehr weiß, ob gerade A oder B spricht (von den hübschen ***POV Harald*** - Einschüben mal ganz abgesehen), oder gar willkürliche grammatikalische Zeitreisen.
Ich muss gestehen, ich finde es unglaublich schwer, einen Text im Präsens zu schreiben. Nicht, weil das erzähltechnisch unmöglich für mich ist, sondern weil ich viel zu lange schon im Präteritum schreibe. Ich entsinne mich daran, wie ich damals "Wer nicht wagt..." geschrieben habe, ein kurzes Episödchen über Joaquin Phoenix. Ich-Perspektive, Präsens. Ich bin immer wieder ins Präteritum abgedriftet und musste ein halbes Dutzend mal drübergehen, bis ich auch alles auf Präsens abgeändert hatte. Warum also Präsens wählen? Nun, weil es durchaus an manchen Stellen spannend sein kann und atmosphärisch verdichtet. Der Leser hat noch ein stärkeres Gefühl, hautnah dabei zu sein. Besonders bei Action-Sequenzen ist mir das öfters aufgefallen.
Ich bevorzuge allerdings beim Lesen wie auch beim Schreiben das Präteritum. Keine Ahnung, wieso. Ich merke nur, dass ich automatisch Präteritum lese, obwohl da Präsens steht. Irgendwie mag sich die fiktionale Abteilung meines Hirns, die für Fantastereien jeglicher Art zuständig ist, nicht damit anfreunden. Insbesondere eben nicht, wenn mittendrin plötzliche Sprünge und Wechsel kommen. Ist was anderes, wenns speziell gekennzeichnet ist - meinetwegen kursiv für Erinnerungen, Gedanken - aber wenn abrupt im Erzählfluss gewechselt wird, irritiert es mich. Ganz selten hab ich auch mal gesehen, dass die Erzählperspektive mehrfach gewechselt wurde. Jetzt nicht auf personaler Ebene (wie ich oben bereits anmerkte: "POV Harald"), sondern wirklich die ganze Palette durch: Ich-Perspektive, auktorial, personal...das find ich irgendwann einfach schwierig zu lesen. Irgendwie hab ich dann auch das Gefühl, dass der Autor selbst nicht recht weiß, was er jetzt wie erzählen möchte.
Noch seltsamer find ichs, wenn die Ich-Perspektive reihum geht. Also so nach dem Motto: In jedem Absatz ist das Ich ne andere Figur. Wenn man sich schon für die erste Person entscheidet, sollte man auch konsequent genug sein, sie auf eine Person zu beschränken und durchzuziehen. Das ist nicht immer einfach, gerade wenn man mal die Gefühle oder Gedanken eines anderen Charakters zur Geltung bringen will, aber das muss man dann in Kauf nehmen.
So offen ich für Experimente und Stilbrüche auch bin, aber Tempus und Perspektive sind zwei Sachen, bei denen ich gern n bisschen Stabilität haben möchte. Für mich ist das das Fundament einer Geschichte, der Rahmen, der alles irgendwo in Ordnung und beisammen hält. Als Leser wirft mich sowas einfach raus, so leid es mir auch tut. Nichts gegen Flashbacks, mit denen arbeite ich selbst gern, ich meine halt den erzählten Text als Ganzes. Da sollte irgendwo ne klare Linie und formale Struktur gegeben sein. Einen POV-Wechsel sollte man glaub ich auch ohne dicke Anmerkung erkennen und herauslesen können (sofern die Geschichte nicht in der 1. Person erzählt wird, dann ist das wieder ne andere Kiste). Generell hab ichs gern, wenn die Ich-Perspektive an einem Chara hängen bleibt, so viele Nachteile das auch mit sich bringen mag, aber es macht meiner Meinung nach keinen Sinn, bei ner Ich-Perspektive ständig zu wechseln. Dann kann ich gleich nen personalen oder auktorialen Erzähler wählen.
Ich überlege selten vorher, aus welcher Perspektive ich eine Geschichte erzählen will/soll. Es muss passen, sich stimmig genug schreiben lassen. Daher gibt es kein "Richtig" oder "Falsch", kein "Gut" oder "Schlecht" in Sachen Perspektive; ich denke, man sollte sich als Autor hauptsächlich beim Erzählen wohlfühlen. Wenn man das tut, kommts zumeist auch beim Leser gut an, ist zumindest mein Erfahrungswert. Sobald man beim Schreiben anfangen muss, richtig zu überlegen und nachzudenken, fehlt es dem Text an gewissem Fluss. Ich merks zumindest bei mir, dass ich oft Passagen verwerfe, die nur sehr zäh von der Hand gehen.
Wie so vieles sind diese beiden Aspekte Geschmackssache. Wie der eine lieber Schnulzen liest und der andere eher Krimis, so geht der eine in der Ich-Perspektive auf, die der andere wiederum tunlichst meidet. Das Gute am weiten Feld der Fikion ist, dass für jeden etwas dabei ist. ;)
Bei meiner kleinen Schmonzette hab ich mich wieder für die personale Variante entschieden. Da gibt es lediglich klar abgegrenzte Wechsel zwischen Robyn und Finn, wobei ich mich noch nicht entscheiden kann, welche Sichtweise die interessantere ist. Es sind zwei völlig unterschiedliche Lebenswelten, die da kollidieren, unterschiedliche Ansichten und Wahrnehmungen des anderen. Es ist spannend, damit zu experimentieren und einige Szenen aus anderen Winkeln zu beleuchten, auch wenn ich es vermeide, die gleichen Szenen mit einer anderen Perspektive aufzuwärmen. Das dürfte den Leser irgendwann langweilen, glaub ich.
Kapitel 6 steht in den letzten Zügen, ich gedenke es nachher noch zu beenden. Ist es eigentlich schlimm, wenn nach 6 Kapiteln noch keine sichtbaren Funken gesprüht sind? Ach, ich weiß, Romanzen und ich...wir brauchen viel Zeit.
Macht euch einen schönen Abend!
Stoffi
Die herrscht seit gestern auf meinem Zweitblog über meine Zeit in Manchester vor, da es mir reicht, dass ich von diversen Personen hier schon zur Genüge belagert werde, dies wiederum auf den Privatblog abfärbt und ich es dann doch bevorzuge, Freud und Leid nicht mit denen zu teilen, die aus mir unerfindlichen Gründen schier unstillbares Interesse an meinem Dasein hegen, obwohl sie das (z.T. nicht mehr) einen feuchten Kehricht angeht. Ich hab noch nicht alle eingeladen, in deren Blogroll ich vertreten bin, weil ich nicht weiß, ob jeder denn Zugriff auf den Blog wünscht. Wenn dem so ist, mir bitte einfach Bescheid geben und ich schalte euch frei, gleiches Recht gilt natürlich für alle Leser hier :) Diese Plattform hier bleibt nach wie vor frei zugänglich, schließlich ists mein Arbeitstagebuch und eine Quasselecke für Schreib- und Leseinteressierte. Wer mir hier weiterhin gern über die Schulter schauen will, ist herzlich eingeladen, dem auch weiterhin zu frönen. Alle, die es interessiert, finden den Zweitblog in der Sidebar unter "Stoffi in Manchester" verlinkt. Wie gesagt, ne Mail an mich genügt.
Ansonsten gibts heut nicht viel zu berichten, es war eine kurze Nacht und ein dafür umso längerer Tag, endlich hab ich von snoopy wieder ein bisschen was zum Korrekturlesen bekommen, sodass ich jetzt nach getaner Arbeit wieder ein paar Zeilen zu Papier bringen kann. Wird auch mal Zeit, dass ich Robyn aus ihrer derzeitigen Bredouille errette, denn zurzeit verkehrt sie in Kreisen, die ihr fremder kaum sein könnten.
Macht euch einen schönen Abend!
Stoffi
Ich habe die lang erwartete Fandom-Erweiterung auf FF@OBL dazu genutzt, mal wieder in meinen alten Kamellen zu stöbern und muss doch sagen, dass sich im Laufe der Jahre unglaublich viele Sachen angesammelt haben. Ich bin sogar über 4, 5 Stories gestolpert, die ich ganz und gar vergessen/verdrängt hatte. Etwas einsam und verlassen hocke ich in der Joaquin Phoenix Sparte im Archiv und glaube nicht, dass meine Chancen sonderlich gut stehen, dass sich noch jemand hinzugesellt oder sich jemand für meine geistigen Ergüsse dort interessiert. Neben Mad Season und Back 2 Good hab ich zwei Ficlets über ihn am Start, das erste hab ich heute mal probehalber reingestellt und bei der Gelegenheit gleich noch mal drübergelesen. Kann mir nicht helfen, ich muss dabei immer noch schmunzeln. Wird für mich immer eine kleine Wohlfühl-Episode bleiben.
Beim Ramschen hab ich heute noch vier vielversprechende Longfics mit dem guten Herrn Phoenix auf meinem Rechner gefunden, alle schon so um die 5-8 Kapitel. Die Grundideen gefallen mir nach wie vor gut, sodass ich gar nicht mal behaupten mag, die nicht vielleicht doch mal irgendwann wieder auszugraben und dran weiterzuschreiben. Auch wenn ich dann wohl die Anfänge überarbeiten muss, ich kenn mich doch. Will aber heißen - nein, ich hab trotz verschobener Interessen den lieben dauerqualmenden, momentan leider von der Schauspielerei abstinenten Mr Phoenix nicht vergessen oder abgeschoben. Er ist und bleibt ein interessanter Mensch, der sich zwar im letzten Jahr ein paar komische Anwandlungen geleistet hat, aber hey, wer hat die nicht. Den Rauschebart kann man ihm ja abschreiben. Das ist das Gute an Fiktion ;)
Dann hab ich noch meine Fußball-Fanfics gefunden, einige Ansätze, bei denen ich heut nicht mehr weiß, was ich damals damit hab machen wollen. Es war heut Entrümplungstag; zum Schreiben bin ich dank Kofferchecks, Mailwechsel mit England, langwierigen Gesprächen mit begriffsstutzigen Versicherungsvertretern, Sportzulage und Grippeimpfung noch nicht gekommen, macht aber dahingehend nichts, dass sich die Abendstunden zuletzt als wesentlich produktiver herausgestellt haben.
Ich mache mir ohnehin keinen Druck beim Schreiben. Ich mache es täglich, aber setze mir kein Pensum mehr. Ist sowieso eine unregelmäßige Sache bei mir. An manchen Tagen springen 10,000er raus, an anderen schlappe 1,000 Wörter. Hauptsache, ich setze mich täglich mit der Story auseinander, verliere den Faden nicht und bleib im Rhythmus der Geschichte. Über ein konkretes Datum zur Veröffentlichung mach ich mir noch keinen Kopf. Will mich auch nicht auf herausgeschriebenen Kapitelpolstern ausruhen, die dann doch schneller aufgebraucht sind, als man schauen kann. Erstmal sehen, wie Manchester anläuft, wie oft ich mir da noch Nachtschichten gönnen kann. Da muss ich mir keinen Stress geben, mich nicht unter Druck setzen. Ich denke, es sitzt dahingehend eh keiner auf heißen Kohlen und meint, was zu verpassen. Das Rad erfind ich mit der Geschichte nicht neu.
Trotzdem macht sie mir Spaß. Robyn erlebt gerad einen mittelschweren Kulturschock, wird aber bald Gelegenheit haben, sich zu revanchieren. Habe gestern Abend noch einiges durchstrukturiert und meine Zeitlinie konkretisiert. Da steht noch viel an vor Thanksgiving. Und im Dezember könnte es dann endlich heiß werden. Heiß nicht nur im romantischen, sondern auch im brenzligen Sinne. Hach...ich wittere jede Menge Streit, Tränen, Gebrüll und schepperndes Geschirr. Aber da muss ich mich gedulden. Vorerst gilt es, Finn und Robyn einander etwas näher zu bringen, bevor es krachen kann. Warum nicht bei einem Glas Chardonnay?
Ich hoffe, ihr seid gut in die neue Woche gestartet!
Stoffi
...traue ich mich gar nicht mehr zu hegen und ich glaube, das ist auch besser so. Wovon ich rede? Von Veröffentlichungen in neuen Fandoms/Genres. Ich glaube, man hegt immer automatisch eine gewisse Erwartungshaltung, wenn man sich traut, eine Geschichte auf die Öffentlichkeit loszulassen, was Feedback angeht. Zumindest erhofft man sich überhaupt irgendeine Resonanz, eine Reaktion, sei sie nun überwiegend kritisch oder lobend. Mir kann keiner erzählen, dass er's nur zur Belustigung der Leute online stellt. Ich teile mich doch mit, um ein Echo auf meine Texte zu bekommen, um in Erfahrung zu bringen, was ich besser machen und was vielleicht schon in Ordnung so ist.
Fanfiction ist nun mal ein sehr interaktives Medium, dessen Möglichkeiten man bestmöglich nutzen möchte. Aber kann man wirklich erwarten, dass man gelesen wird? Es vielleicht sogar voraussetzen? Ich muss sagen, ich bin da sehr vorsichtig geworden. Nur weil man in einem Fandom erfolgreich war, heißt das noch lange nicht, dass man überall die Offenbarung ist oder auf ähnliche Resonanz stößt.
In gewisser Weise fängt man bei Null an, sieht sich neuen "Kollegen" gegenüber, die vielleicht mit einer ganz anderen Qualität aufwarten können als die übrigen Mitstreiter in einem anderen Fandom. Die Lesergruppierungen und -interessen sind zumeist andere, das Genre an sich birgt neue Herausforderungen. Ich glaube, man KANN sich gar nicht auf alten vertrockneten Lorbeeren ausruhen und es als gesetzt ansehen, Feedback zu erhalten. Es ist ein bisschen wie ein Sprung ins kalte Wasser.
Warum ich drüber nachdenke? Hm, weil ich überlege, ob ich mein freies Werk irgendwann tatsächlich online stellen soll. Die Sparte "Liebesromanzen" ist auf ff.de wesentlich stärker frequentiert als das einstaubende Dark Knight Eckchen; will heißen, dass man schnell "durchgereicht" wird, was Veröffentlichungen angeht. Demnach verringert sich die Chance, wirklich bemerkt zu werden. Dann hab ich mal ein bisschen exemplarisch Beispielgeschichten herausgepickt und angelesen, um mir ein Bild vom dort gängigen Stil und Niveau zu machen, und ich muss sagen, dass da zahlreiche interessante Sachen darunter zu entdecken sind, bei denen man sich selbst wieder unglaublich klein und unfähig vorkommt. Nächste Sache: Slash. Ich bin kein Slash-Verfechter, hab aber auch nichts gegen solche Geschichten, solange sie gut geschrieben sind. Jedenfalls scheinen sie sich da ein wenig zu häufen. Die guten alten Het-Stories scheinen sich also auch geringerer Beliebtheit zu erfreuen als noch vor ein paar Jahren. Alles in allem fällt mein Resümee dahingehend aus, dass ich mir keine großen Hoffnungen mache, mit meinem kleinen Dingelchen in den freien Werken Fuß fassen zu können.
Macht aber nichts, denn die Schreiberfahrung ist die Arbeit auf jeden Fall wert und stellt mich vor neue Herausforderungen. Ich mag mir nicht wirklich Chancen ausrechnen, dass die Story wirklich gelesen wird. Lieber mit keiner oder geringer Erwartung rangehen, als dann bitter enttäuscht zu werden, weil man zu hoch hinaus wollte. Umso mehr freut man sich dann auch, wenn es doch jemanden gibt, der lesen mag.
Ich setze ebenso nicht voraus, dass mir Leser in alle Fandoms und Genres folgen, ich hab da glaub ich schon ein paar entgegensätzliche Haken geschlagen, genauso wenig geb ich was auf "Wah, ich will das dann unbedingt lesen, wenns online steht" oder bild mir was drauf ein. Nehmts mir nicht übel, Leute, aber ich hab das in 7 Jahren schon sehr oft gehört und nur ein schwindend geringer Anteil hat dem anfänglichen Begeisterungsgeplapper auch wirklich Taten folgen lassen. Irgendwann resigniert man einfach. Ist besser, als sich auf irgendwas zu verlassen und es als sichere Option stehen zu lassen. Ich sehe es ja selbst an mir, dass ich wankelmütig bin, was Lese- und Schreibstoff angeht. Daher mach ich es auch keinem zum Vorwurf, wenn sich Interessen verschieben oder man trotz Ankündigungen doch nichts von manchen Leuten hört. Ist halt so und ich renn da keinem hinterher und geh ihnen auf die Nerven.
Die Frage ist halt, ob es einem gelingt, neue Leser zu gewinnen, ob man in einem neuen Genre überzeugen kann oder nur vorgehalten bekommt, dass man in der Fanfiction-Sparte besser aufgehoben ist. Ich hege keine Ambitionen, mich bei den freien Werken einzunisten. Eigentlich ist mir das ehrlich gesagt eine Nummer zu groß und ich bin immer noch nicht sicher, wie gut ich es meistere. Aber es ist halt mal wieder ein Experiment, das nötig ist.
Ich glaub, keiner kann sich seines Feedbacks sicher sein; selbst die nicht, die den Dreh mit der Massentauglichkeit raus haben. Denn so wie der Autor eine Erwartungshaltung seinen Lesern gegenüber hat, hat auch der Leser eine gegenüber dem Autor. Er will unterhalten werden und nicht immer auf banalstem Niveau. Den Nerv des Lesers zu treffen, ohne ihn vorher richtig zu kennen, ist ein kleines Abenteuer. Letztlich kann man spekulieren, bis man wirr im Kopf wird - man wird nie erfahren, wie ein Text ankommt und ob er gelesen oder gar kommentiert wird, wenn man ihn auf der Festplatte versauern lässt. Daher auch auf die Gefahr hin, dass nichts als eine Nullrunde herausspringt, werde ich nach wie vor eine Veröffentlichung in Betracht ziehen, wenn sich die Geschichte weiter so entwickelt wie im Moment. Denn es läuft gut. Kapitel 5 ist bisher das längste und erwartungsgemäß gestern fertig geworden, Kapitel 6 verspricht spaßig zu werden und meine Charaktere haben die Zügel längst selbst in der Hand. Vielleicht kann ichs ja irgendwann auf sie schieben, wenn ich totalen Schrott fabriziere :P Jaja, um Ausreden nie verlegen, ich weiß.
So...und nachdem ich heut schon ordentlich geschwitzt hab, leg ich mal für ein halbes Stündchen die Füße hoch und gönne mir eine heiße Tasse Tee. Lasst die Woche gemütlich ausklingen!
Stoffi
Ich habe es immer für einen schlechten Scherz gehalten, als ich des Öfteren gelesen habe, dass es Geschichten geben soll, in denen jegliche Beschreibungen auf ein Minimum reduziert und dafür mit in den Stories verlinkten Bildern ersetzt werden. Neulich stolperte ich dann bei ziellosem Stöbern in diversen Kategorien (Fanfiction wie auch freie Werke) tatsächlich auf solche Exemplare und wusste im ersten Moment nicht, ob das nur ein schlechter Scherz von der Autorin sein sollte. Man muss sich den Text in etwa so vorstellen: "A war blond und klein (Bild.jpg), B war brünett, groß und schlank (Bild.jpg) und trug ein gelbes Kleid (Bild.jpg)". Und das nicht zu knapp. Mir ist beim Drüberfliegen ehrlich gesagt die Kinnlade ein Stück weit gen Süden gewandert.
Ich sag nichts gegen Cover für Geschichten oder Videos, die das Ganze schon wieder etwas künstlerischer verbildlichen, aber...ich weiß nicht. Wenn ich eine Geschichte lesen mag, dann will ich wirklich LESEN und kein Bilderbuch durchblättern. Ist es denn wirklich so schwer, ein paar Beschreibungen einfließen zu lassen, dass man auf Bilder zurückgreifen muss? Schön und gut, wenn man sich ein paar Vorlagen holt und diese dann im Anschluss beschreibt, wenngleich ein eigener Charakter meiner Meinung nach irgendwo unabhängig von Bildervorlagen im Kopf entstehen sollte; aber alles zu illustrieren, weil man unfähig ist, eine etwas bildlichere Beschreibung zu fabrizieren, ist irgendwo arm.
Es gibt beim Schreiben viele knifflige Aspekte, aber Personen- und Gegenstandsbeschreibungen sind so rudimentäre Sachen, dass es mich erschüttert, wenn man nicht mal das hinbekommt. Ich kann mich entsinnen, es in der 6ten Klasse im Deutschunterricht explizit behandelt zu haben, es ist einfach etwas, das dazugehört und ein Grundbaustein ist. Lasse ich Beschreibungen weg, kann ich auch charakterlose Legofiguren als meine Protagonisten einsetzen, die sich absolut nicht unterscheiden. Weiß nicht...mir als Leser sind Beschreibungen einfach wichtig. Ich steh nicht auf steckbriefartige Abhandlungen á la "sie war blond, 1,73m groß, 56kg schwer, hatte braune Augen, trug ein blaues T-Shirt und ausgewaschene Jeans", das bremst schon mal den Lesefluss und ist gern mal zu viel der Information; aber man kann doch wirklich unterschwellig hier und da was einstreuen, ohne groß mit Worten jonglieren zu müssen.
Ist das einfach Faulheit, dem Leser einen Charakter wie einen Knochen an den Kopf zu schmeißen und ein Bild vorzulegen? Faulheit nicht nur vonseiten des Autors, sondern wohl auch beim Leser, der sowas gutheißt. So schön visuelles Material auch sein mag, um die Fantasie anzukurbeln, aber beim Lesen steh ich auf Kopfkino. Sprich, ich erwarte in dem Maße Beschreibungen, dass ich in meinem Kopf ein Bild zusammenpuzzeln kann. Das muss nicht mit dem konform gehen, das der Autor im Sinn hatte, aber Beschreibungen müssen dahingehend ausreichen, dass ich mir eigenständig eine Vorstellung machen kann. Ich hasse es, wenn ich kein richtiges Gesicht im Kopf hab, wenn ich eine Geschichte über mehrere Kapitel verfolge. Mir fehlt dann was und damit auch irgendwo der Zugang zur Story, der persönliche Draht. Genauso gut mag ich es nicht, wenn ich ein Gesicht mit Bildern präsentiert bekomme, das ich mir genauso vorstellen MUSS, ich hab gern Spielraum für meine eigene Fantasie, beim Lesen wie auch beim Schreiben. Sowas schiebt jeglicher Kreativität (sei's beim Sender oder Empfänger) den Riegel vor.
Gerade das Kopfkino ist das Spannende beim Lesen. Umsonst gab es z.B. bei der Verfilmung des Herrn der Ringe nicht die Debatten unter Tolkien-Lesern, wie man sich z.B. Aragorn oder Frodo vorgestellt hat. Da gab es nicht wenige, die sich diesen oder jenen Charakter anders vorgestellt haben. Gleiches gilt für alle möglichen anderen Buchverfilmungen, man denke nur an Süskinds Parfüm und die filmische Darstellung Grenouilles. Der sah in meiner Vorstellung im ersten Drittel des Romans auch nicht so gut aus. Daher können es Verfilmungen unter dem Aspekt der Besetzungscouch glaube ich nie allen Fans recht machen. Muss man auch nicht. Aber ich denke, man sollte den Anspruch haben, die eigene Vorstellung von einem Charakter sprachlich zu präsentieren und es so zu verpacken, dass die Handlung und Dynamik der Geschichte nicht drunter leidet.
Hat mich doch ein bisschen schockiert, wirklich so etwas gefunden zu haben. Weiß nicht. Da hab ich den Eindruck, der Autor weiß selbst nicht so recht, worüber er eigentlich schreibt oder behandelt seine eigenen Charaktere wie willen- und gesichtslose Puppen.
Vielleicht ist's auch nur mein Leseeindruck, es mag genug Leute geben, die eine solche Verbildlichung mögen und gutheißen. Mich ködert man damit nicht. Ich muss nicht bei der Hand genommen und über jeden Pickel des Protagonisten Bescheid wissen, aber ich will wenigstens den Eindruck haben, dass der Autor beim Schreiben ein gewisses (mentales!) Bild von seinem Helden hatte und dieses sprachlich zu übermitteln versucht. Ist das wirklich zu viel verlangt?
Schreibtechnisch geht es nach wie vor flott von der Hand. Kapitel 4 stand innerhalb weniger (Nacht)Stunden, Kapitel 5 krieg ich heute wohl auch noch fertig, da der für heute geplante Grillabend buchstäblich ins Wasser fällt und ich den verregnet-windigen Samstag dann doch lieber mit einer heißen Tasse Tee, einer Kuscheldecke und meinem Schreibprogramm entspannt zubringen werde. Ich mag es, wenn ich nicht darüber nachdenken muss, was ich da schreibe, es passiert einfach von ganz allein. Ein gutes Zeichen, glaube ich. Vorhin hab ich noch ein paar medizinsiche Fachzeitschriften gewälzt, werde wohl noch meine darin fachlich bewanderte Cousine interviewen und dann hoffentlich die nötigsten Informationen zusammengetragen haben, die ich für die Story noch brauchen werde. Erst in relativer Ferne (ich schätze erst in 10-15 Kapiteln), aber ich bin gern vorab vorbereitet und eigne mir das nötige Wissen an, um abzuwägen, ob es wirklich für diese Fiktion machbar ist.
Nun denn, ich gedenke, die ersten 30,000 Wörter der Story heute fertig zu schreiben und dafür sollte ich jetzt die Berichterstattung der plüschigen Schreibfront einstellen und mich an die Arbeit machen. Ich wünsche einen entspannten und kreativen Samstag!
Stoffi
Gestern hab ich einen interessanten Mailwechsel mit einer mir lieb gewordenen Leserin geführt, in dem es unter anderem um eigene Charaktere und deren Glaubwürdigkeit ging. Sie sagte, sie würde nicht gern Geschichten lesen, in denen allzu deutlich heraussticht, dass die weibliche Protagonistin eine fiktionale Kopie der Autorin darstellt.
An diesem Punkt habe ich mich allerdings gefragt, ob es denn überhaupt möglich ist, sich selbst bei der Erschaffung eines Charakters außen vor zu lassen. Es ist etwas anderes, wenn man beschließt, eine Fanfiction mit Self-Insert zu schreiben und demnach bewusst die eigene Persönlichkeit oder gar Geschichte in Worte zu fassen. Das ist meiner Meinung nach völlig legitim und für mich nicht automatisch eine Mary-Sue. Eine Mary-Sue wirds erst, wenn ein flacher Charakter ohne Ecken und Kanten bei rauskommt, den alle toll finden, lieben und...na ja, ihr wisst schon.
Eine Geschichte kann durchaus gut sein, auch wenn sie offensichtlich jede Menge Self-Inserts enthält. Eine Mary-Sue wirds erst, wenn man die eigenen persönlichen Schwächen dabei unterschlägt, wenn man sich selbst sozusagen in der Fiktion stilisiert und in ein besseres Licht rückt. Denn wie jeder wissen dürfte, ist niemand perfekt. Perfektion ist furchtbar langweilig und öde. Das will doch keiner lesen. Also...ich zumindest nicht. Auch der Autor ist es nicht, umso verschlagener wäre es, sich selbst die Hauptrolle im eigenen Werk zuzuschreiben und gänzlich auf vielleicht nicht ganz so sympathische/hässliche Eigenschaften zu verzichten.
Dann gibt es noch den unbewussten Self-Insert, den so ziemlich jeder FF-Autor mit Sicherheit schon gebracht hat und von dem man auch öfters die berühmte Floskel hört: "In jedem meiner Charaktere steckt ein Teil von mir drin". Und es ist meiner Meinung nach auch richtig. Zu einem gewissen Grad ähneln uns die eigenen Charaktere immer, die einen mehr, die anderen weniger, und wenn es nur in ihren Frühstücksgepflogenheiten Ausdruck findet. Und warum ist das so? Ich denke, weil wir einen persönlichen Bezug zu unseren Charakteren brauchen, um wirklich in der Lage sein zu können, gedanklich in sie hineinzuschlüpfen, sie reden, reagieren und handeln zu lassen. Irgendwann fangen Charaktere immer an, ihr eigenes Ding zu machen; dann hält man nicht mehr die Fäden in der Hand. Aber ein gewisser Zugang ist denke ich schon wichtig, dem Charakter den eigenen Fundus an Erfahrungen einzuspeisen und einen Teil von sich selbst darin zu verewigen, ist wie eine Art Signatur im Text.
Der Charakter, der bisher am weitesten von mir persönlich entfernt war, ist wohl Elena Clementine aus "Blutiges Handwerk". Ich schrieb in einem früheren Eintrag, dass es für mich schwierig ist, ihr Wesen nachzuvollziehen und zu erfassen, dass es für mich selbst wie ein Kennenlernprozess mit einem völlig fremden (und stellenweise sehr unsympathischen) Charakter ist. Trotzdem hat auch sie etwas von mir. Wenn auch nicht viel, aber da ist definitiv was vorhanden. Einen Charakter in der Hauptrolle agieren zu lassen, mit dem man sich absolut gar nicht identifizieren kann, den man vielleicht sogar verabscheut, ist ein schwieriges Unterfangen. Mit Sicherheit nicht unmöglich, aber eben doch eine größere Herausforderung, als den Menschen einfließen zu lassen, den man am besten zu kennen meint - nämlich sich selbst.
Wie sich das mit Robyn, Finn und mir verhält, weiß ich nicht. Es macht auch nichts, wenn der eine mehr oder weniger von einem selbst in sich trägt - fatal finde ich es erst dann, wenn man ein und denselben Charakter nur unter anderem Namen wiederholt in seine Geschichten einstreut, wenn man sich nicht traut, auch mal Eigenschaften anzuschneiden, die einem selbst womöglich völlig abgehen. Natürlich ist das schwieriger, als eine bekannte Palette abzufassen, aber das macht gerade den Reiz aus. Jeder Charakter ist ein Individuum, wie ein Mensch draußen vor unserer Haustür, jeder mit eigenen Macken, Vorlieben, Eigenschaften, Stärken und Schwächen. Das macht es gerade so spannend. Kein Grund also, Klonexperimente an den eigenen Charakteren durchzuführen.
Kapitel 3 ist eben fertig geworden mit einem doch recht fiesen Ende...Finn kann ein ganz schöner Arsch sein. Aber er kann noch schlimmer. Und wird zweifelsohne auch. Aber das heb ich mir für später auf. Kommt gut durch die verbleibende Wochenmitte!
Stoffi
Allmählich nimmt der Plot Gestalt an. Gestern Nacht kam mir noch die Idee für einen witzigen Plot-Twist, der Peinlichkeiten für Robyn verspricht. Ist aber auch blöd, wenn man sich von der besten Freundin zu jedem Mist überreden lässt. Ja, noch läuft alles auf viel Witz, Herzklopfen und Peinlichkeiten hinaus, nach ewig langem Würgen steht auch vorab schon mal ne Summary in den Startlöchern. Ich tu mich damit immer unglaublich schwer und hab sowas liebend gern schon im Vorfeld in der Hinterhand. Aber es ist fast so schlimm wie die Titelsuche.
Wie weckt man Interesse für eine Lovestory, ohne dass es zu langweilig und abgedroschen klingt? Ich meine...A sieht B und große Liebe kennen wir ja schon. Das Problem, das ich mit dieser Summary hab, ist einfach aufs Genre zurückzuführen. Da verläuft halt der Großteil nach dem Muster: Zwei treffen und verlieben sich, schmeißen wir ein paar Hindernisse in den Weg, aber am Ende ist alles gut. Also ein "Kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht; und wenn ja, wie?". Hab mein Leid schon im Writers Forum kundgetan, aber eine so richtig zufriedenstellende Erleuchtung ist mir noch nicht gekommen. Abwarten und mit ein wenig Distanz draufschauen, vielleicht kann ich mich ja morgen mit der Zusammenfassung anfreunden. 87 Wörter sind ganz ok, denke ich, noch nicht zu viel.
Das Kapitel schreitet fleißig voran und macht Spaß, auch wenns momentan ein wenig Robyn-lastig ist. Ich suche noch nach dem richtigen Gleichgewicht zwischen den beiden Perspektiven, will es nicht nur aus Robyns Sicht schreiben. Dafür ist Finn einfach viel zu interessant...aber es sorgt andererseits für ein paar mehr Aha-Momente, wenn ich nicht gleich alles durch Perspektiven preisgebe. Das bislang größte Aha! dürfte Robyn spätestens im nächsten Kapitel oder zum Ende des dritten Kapitels erwarten. Muha. Meine arme kleine verträumte, naive Romantikerin. Finn wird ihr so manche Klatsche servieren, fürchte ich. Wär ja aber auch sonst langweilig. Ecken und Kanten braucht jeder Charakter, nur glaube ich, dass ich beim bisherigen Stand der Dinge der kleinen Robyn ein bisschen zu viel zumute. Vielleicht entstammt diese Sicht aber nur ihrem verträumten Blickwinkel.
Jedenfalls genieße ich es richtig, dass ich mir hier keinen Kopf machen muss, dass ich einen beliebten Charakter eines Fandoms mit einwerfen muss. Da wird keiner rummeckern, dass nach 2 Kapiteln Abstinenz doch bitte mal der Joker wieder vorkommen könnte. Meine Charaktere, mein Platz, meine "Planung"...es ist toll, dass man demnach keinem Erwartungsdruck ausgesetzt wird, dass man nicht fürchten muss, der eigene Charakter könnte die Leser langweilen oder ungeduldig werden lassen. Gut, das kann bei freien Werken auch passieren, aber da besteht das ganze Ensemble nun einmal aus Eigenkreationen. Man hat freie Hand. Vielleicht wird sich hier und da ein Favorit herauskristallisieren, aber man sieht sich keiner Erwartungshaltung gegenüber, unbedingt diesen oder jenen Charakter mit einzubringen. Ich genieße das im Moment. Sosehr ich es auch vergöttere, über den Joker zu schreiben und sosehr ich seine Szenen auch liebe, aber ich wollte meinen eigenen Charas, also Erin, Elena und Lauren deswegen nicht weniger Platz bieten. Ja, es mag den einen oder anderen abgeschreckt haben, aber wenn ich nen OC reinpark, dann hat er auch ein Recht darauf, zu demonstrieren, dass er keine Sue ist.
Ich habe zudem KathysSong um Rat gebeten, was die Gestaltung eines möglichen Covers angeht. Normalerweise bastle ich die mir selbst, aber irgendwie fehlt mir da die konkrete Vision und mit meinem schnöden GIMP bastle ich nicht so gern herum. Ich lass mich daher überraschen, was Kathy bei Gelegenheit basteln wird. Es eilt absolut nicht, eine Veröffentlichung steht noch in den Sternen. Rein aus Prinzip schon, dann, weil ich nicht weiß, wie weit ich damit komme und wie schnell ich Updates liefern könnte. Ein regelmäßiger Rhythmus ist mir schon lieb, das mag ich auch als Leser recht gern. Aber ich hab noch absolut keine Vorstellung davon, das kommt mit der Zeit.
Zeit, Robyn den Weg fürs nächste große Fettnäpfchen zu ebnen, während House neben mir bösartige Witze reißt. Ich liebe es und habs ja so vermisst :D
Kommt gut in die dienstägliche Nacht.
Stoffi